Gewürz-Guide: Scharfe Gerichte würzen

Kochen
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Chili-Pulver gehört zu den beliebtesten Gewürzen in der Küche. (Bild: Pixabay)

Beim Kochen ist es wichtig, richtig zu würzen. Erst durch passend ausgewählte Gewürze, entfalten Gerichte ihre volle Geschmackvielfalt. Da es für viele Kochanfänger schwierig ist, die richtigen Gewürze auszuwählen, haben wir einen kleinen Guide für Sie zusammengestellt. Während wir uns im letzten Beitrag den Grundlagen gewidmet haben, kümmern wir uns in diesem Beitrag um das Würzen von scharfen Gerichten. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Grundlegende Infos zum Thema Schärfe

Bevor wir uns dem konkreten Würzen von scharfen Gerichten widmen, möchten wir Ihnen zunächst ein paar grundlegende Informationen zur geschmacklichen Schärfe liefern. Ein interessanter Fakt dazu ist, dass es sich bei Schärfe nicht um eine Geschmacksrichtung im eigentlichen Sinne handelt. Davon gibt es nur fünf: umami, süß, sauer, salzig und bitter. Schärfe wirkt im Gegensatz zu den fünf Geschmacksrichtungen nicht auf die Geschmacksknospen, sondern auf die Schmerz- und Wärmerezeptoren. Ähnlich sieht es bei Lebensmitteln aus, die einen Frischeeffekt auslösen wie etwa Minze, denn diese wirken ebenfalls nicht auf die Geschmacksknospen, sondern auf Kälterezeptoren.

Bekannte Skalen zur Bestimmung der Schärfe in einem Lebensmittel sind beispielsweise die Scoville-Skala, die Pepper Hotness Scale oder die Dremann Hotness Scale. Die wohl geläufigste Skala dürfte dabei die Scoville-Skala sein. Der Schärfegrad reicht dabei von 0 bis 16.000.000 Scoville-Graden.

Je schärfer das Essen, desto mehr Poren öffnen sich, was dazu führt, dass Sie bei scharfen Gerichten eher schwitzen. Dadurch kann die Körpertemperatur sinken, weshalb Schärfe gerade in Ländern der wärmeren Klimazonen beliebt ist.

Diese Gewürze und Lebensmittel brauchen Sie

Wenn Sie zu Hause scharfe Gerichte kochen möchten, brauchen Sie einige Lebensmittel und Gewürze, die Ihren Speisen den notwendigen Pepp verleihen. Folgende Lebensmitteln triggern die Schmerz- oder Hitzerezeptoren in unserem Mund:

  • Verschiedene Chilisorten wie Jalapeño oder Habanero beziehungsweise Chilipulver
  • Verschiedene Pfeffersorten
  • Frischen oder gemahlenen Ingwer
  • Frischen Knoblauch
  • Frische Zwiebeln
  • Meerrettich
  • Senf
  • Wasabi
  • Piment

Wenn Sie scharf kochen wollen, können Sie diese Lebensmittel einsetzen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Falls Sie für Ihre Gäste ein Menü zusammenstellen, dann kochen Sie lieber milder. Nicht jeder Mensch verträgt Schärfe gleich gut, weshalb Sie im Zweifelsfall lieber keine allzu scharfen Speisen servieren sollten.

Zu scharf gewürzt: Das können Sie jetzt tun

Einmal nicht richtig abgeschmeckt und schon ist es passiert: Das Gericht ist deutlich schärfer geworden als gedacht. Doch keine Sorge: Bis zu einem gewissen Grad lässt sich diese Schärfe neutralisieren oder zumindest abmildern.

Falls Sie Ihr Essen zu scharf gewürzt haben, sollten Sie überlegen, ob Sie Milchprodukte hinzugeben können. Diese mindern das Schärfegefühl erheblich. Möglich ist beispielweise ein Einsatz von Joghurt, Schmand, Sahne, Milch, Creme fraiche oder Frischkäse, um die Schärfe abzumildern.

Passen keine Milchprodukte zu Ihrem Gericht, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, die Sie ausprobieren können: Kartoffeln. Grund dafür ist die Stärke, die darin enthalten ist. Diese bindet außerdem Flüssigkeit, wodurch Sie das Gericht gegebenenfalls weiter verdünnen können, um die Schärfe zu mildern.

Scharfes Essen: Ist es wirklich gesund?

Abschließend noch ein kleiner Exkurs zum Thema Gesundheit. Scharfes Essen gilt häufig als besonders gesund und als Unterstützung beim Abnehmen. Wir verraten Ihnen, was wirklich hinter diesen Behauptungen steckt und wer von scharfen Gerichten lieber die Finger lassen sollte.

Das in Chilis beziehungsweise in Paprikaschoten enthaltene Capsaicin regt die Verdauung an, wodurch fettreiche Gerichte einfacher verdaut werden können. Abnehmen wird man davon allerdings noch lange nicht. Was aber stimmt: Durch die anregende Wirkung, kann scharfes Essen den Abnehmprozess zumindest unterstützen.

Ein weiterer Effekt von Capsaicin: Der Stoff regt den Speichelfluss an, was eine positive Wirkung auf die Zahngesundheit hat. Darüber hinaus verbessern scharfe Speisen die Durchblutung, was das Herzkreislaufsystem stärken kann. Mehrere Studien deuten an, dass Menschen, die häufig scharf essen, länger leben als Personen, die eher auf milde Speisen zurückgreifen.

Trotz dieser positiven Eigenschaften von Capsaicin sollte nicht jeder scharfe Gerichte verspeisen. Menschen, die einen empfindlichen Magen haben, sollten Schärfe nur mit Vorsicht genießen und vor allem in Maßen, wenn sie keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit in Kauf nehmen möchten. Auch für Personen, die nur selten scharf essen, gilt: Lieber auf etwas weniger Schärfe setzen, statt gesundheitliche Probleme zu riskieren. Mitteleuropäische Mägen sind meist nicht an die extreme Schärfe gewohnt, die in vielen Gerichten aus wärmeren Klimazonen verwendet wird.

Kinder sollten übrigens ganz die Finger von Chilis und Chilipulver lassen. Im schlimmsten Fall kann zu viel Schärfe nämlich sogar lebensbedrohlich werden.


Den ersten Teil unserer Gewürz-Serie zu den Grundlagen des Würzens finden Sie hier.

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