Müll vermeiden: Tipps & Tricks

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Müll zu vermeiden muss nicht schwierig sein (Foto: Gary Chan via unsplash)

Deutschland ist Vizemeister im europäischen Müllvergleich – allerdings im negativen Sinne: Rund 626 Kilogramm Abfall produziert jeder Deutsche jährlich. Nur ein anderes Land erzeugt noch mehr Müll. Ebenfalls bedenklich: Die Tendenz ist steigend. Gerade in Zeiten, in denen die Umweltverschmutzung immer weiter zunimmt, sollten wir diesem Trend etwas entgegensetzen. Wir haben die wichtigsten Tipps und Tricks zur Müllvermeidung für Sie zusammengestellt.

Wie Sie vielleicht gesehen haben, sind wir in einem anderen Artikel auf das Thema Nachhaltigkeit in der Küche eingegangen. Dort finden sich bereits einige Tipps, die sich auf die Müllvermeidung beim Kochen und Einkaufen beziehen. In diesem Beitrag wollen wir ausführlicher auf die dort angeschnittenen Informationen eingehen und weitere Tipps zur Reduzierung des Abfallaufkommens geben – dabei widmen wir uns vor allem Plastikmüll.


Tipp 1: Kaufen Sie unverpackt und lose

Schon im Supermarkt wird der Grundstein einer verringerten Müllproduktion gelegt: Aus Bequemlichkeit greifen Verbraucher häufig auf die dort kostenlos bereitstehenden dünnen Plastiktüten zurück, um Obst und Gemüse darin zu verstauen. Darauf sollten Sie verzichten. Wer weniger Müll produzieren will, kauft lose und unverpackt. Alternativ zum losen Kauf gibt es wiederverwendbare Netzte aus Stoff, in denen Obst und Gemüse beim Einkauf mindestens genauso gut aufbewahrt werden können wie in umweltschädlichen Plastiktüten.

Viele Supermärkte bieten mittlerweile übrigens nicht nur frische Erzeugnisse unverpackt an, einige Läden haben sich sogar auf die lose Verkaufsform spezialisiert. Ob es in Ihrer Stadt ebenfalls einen Unverpackt-Laden gibt, zeigt eine Übersicht des enorm-magazin.


Tipp 2: Achten Sie auf die Verpackung

Wie gezeigt beginnt der erste Schritt zur Müllverringerung schon im Supermarkt. Und auch unser zweiter Tipp bezieht sich auf das Verbraucherverhalten beim Einkaufen. Achten Sie bei der Auswahl von Produkten darauf, dass diese nicht übermäßig stark verpackt wurden. So lässt sich schon beim Einkauf jede Menge Müll vermeiden.

Worauf Sie außerdem achten sollten: Viele frische Lebensmittel verfügen von Natur aus über eine widerstandsfähige Schale. Das machte eine zusätzliche Plastikverpackung absolut unnötig – doch viele Hersteller verwenden diese dennoch: Bananen oder Gurken sind beispielsweise häufig noch mit einer zusätzlichen Schicht Kunststoff umwickelt.


Tipp 3: Setzen Sie auf Glas statt Plastik

Joghurt, Milch, Ketchup, Senf: Viele Lebensmittel sind in Glasbehältern erhältlich – soweit so gut. Doch viele Verbraucher greifen trotz dieses Angebots auf umweltschädliche Plastikbecher und -flaschen oder Getränkekartons zurück. Das ist gleich doppelt negativ zu bewerten: Das Material ist schädlich für die Umwelt und wird zudem auch aus gesundheitlicher Sicht häufig kritisiert. Chemikalien können sich aus der Plastikverpackung lösen und sich im menschlichen Körper ablagern. Ab besten verzichten Sie daher auf den Kauf von Kunststoffbechern und -flaschen und setzen stattdessen auf wiederverwertbares Glas.


Tipp 4: Leitungswasser als Alternative

Obwohl Leitungswasser hierzulande eine extrem hohe Qualität aufweist und eines der am stärksten kontrollierten Lebensmittel ist, schleppen viele Verbraucher dennoch literweise Mineralwasser nach Hause – meist verpackt in Plastikflaschen und zu stark überteuerten Preisen. Dabei wäre das gar nicht notwendig: Aus gesundheitlichen Gründen spricht nichts dafür, Flaschenwasser Leitungswasser vorzuziehen – und aus umwelttechnischer Sicht schon gar nicht. Denn Plastik verursacht regelrechte Müllberge und kann nur zu einem kleinen Prozentsatz recycelt werden. Darüber hinaus muss Wasser aus Kunststoffflaschen meist über große Strecken transportiert werden, um im Laden vor Ort angeboten werden zu können. Der CO2-Ausstoß ist damit ebenfalls ein wichtiger Aspekt, der nicht aus den Augen verloren werden sollte, aber durchaus vermieden werden kann.

Fest steht: Wer der Umwelt etwas Gutes tun will, trinkt Wasser aus dem Hahn. Wer auf Blubber im Glas gar nicht verzichten kann, greift einfach auf einen der diversen Wassersprudler zurück, die sich im Handel finden oder kauft zumindest Glasflaschen statt schädlicherer Plastik-Varianten.


Tipp 5: Lebensmittelaufbewahrung in Boxen

Wesentlicher müllproduzierender Faktor in der Küche: Frischhaltefolien, Gefrierbeutel, Alufolien und Co. Obwohl Lebensmittel in Boxen aus Edelstahl, Bioplastik oder Glas verstaut werden könnten und darin mindestens genauso frisch bleiben, greifen viele Verbraucher aus Bequemlichkeit gerne auf genannte Plastikverpackungen zurück. Verzichten Sie darauf und sorgen Sie für mehr Nachhaltigkeit in Ihrer Küche.


Tipp 6: Coffee-to-go im Mehrwegbecher

Kaffee gehört für die meisten Menschen einfach zum Morgen wie Schnee zum Winter. Auch unterwegs greifen wir gerne auf unsere tägliche Dosis schwarzes Gold zurück – und das häufig in Einwegbechern. Zum Schaden der Umwelt. Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland stündlich 320.000 Coffee-to-go-Becher weggeworfen. Stündlich. Kein Wunder also, dass das zu einer erheblichen Belastung für die Umwelt wird.

Nutzen Sie daher umweltfreundliche Mehrwegbecher, statt jedes Mal wieder auf einen Wegwerfbecher zurückzugreifen. Diese sind mittlerweile in vielen verschiedenen Designs erhältlich und aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Garantiert gibt es auch für Sie irgendwo im Handel den perfekten Mehrwegbech


Tipp 7: Qualität statt Quantität

Wie überall im Leben gilt: Qualität zahlt sich aus. Achten Sie beim Einkauf von Möbeln oder Kleidung immer auf eine hohe Qualität. Lieber einmal viel Geld für hochwertige Produkte ausgeben, statt immer wieder wenig Geld für minderwertige Produkte, die schnell kaputtgehen und meist keine lange Lebensdauer aufweisen. Dieser Grundsatz lässt sich bei der Auswahl der Küchenmöbel anwenden, bei den Deko-Artikeln die dort verwendet werden, bei den Stoffen mit denen Ihre Esszimmerstühle bezogen werden – eigentlich überall.

Die Auswahl hochwertiger Produkte wirkt sich direkt auf die Umwelt aus: Halten Ihre Möbel, Stoffe und so weiter länger, müssen Sie weniger wegwerfen und die Müllmenge wird reduziert.


Tipp 8: Verschenken Sie Überflüssiges

Zuletzt noch ein allgemeiner Tipp, den Sie ebenfalls auf alle Lebensbereiche anwenden können: Verschenken Sie nicht mehr benötigte Gegenstände einfach weiter, statt sie zu entsorgen. Vielleicht freut sich jemand aus ihrem Bekanntenkreis darüber – vielleicht auch jemand, den Sie gar nicht kennen. Über zu-verschenken-Gruppen im Web können Sie Ihre Angebote meist kostenlos einstellen und machen anderen Menschen sogar noch eine Freude damit.

Selbiges gilt übrigens für Lebensmittel, die Sie nicht mehr verwenden können oder wollen (beispielsweise vor einer Reise): Food Sharing Gruppen existieren fast in jeder Stadt. Informieren Sie sich, welche Möglichkeiten es gibt.

 

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