Raclette: Alle Infos und Tipps

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Ein Raclette schmeckt zu jeder Jahreszeit - doch besonders im Winter erfreut sich das Gericht großer Beliebtheit. (Bild: pixabay)

Besonders zu Silvester erfreut sich Raclette großer Beliebtheit – das traditionelle Schweizer Gericht kann aber natürlich nicht nur im Winter, sondern beispielsweise auch im Sommer auf der Terrasse genossen werden. Wir haben hilfreichsten Infos für Sie in einem Artikel gesammelt und verraten Ihnen außerdem, welche Zutaten sich besonders gut für einen gemütlichen Raclette-Abend eignen.

Die Raclette-Grundlagen: alle Infos

Raclette-Profis können diesen Teil unseres Artikels getrost überspringen und gleich zu den Zutaten-Listen übergehen. Wenn Sie aber zum ersten Mal Raclette zubereiten wollen oder nach neuen Inspirationen suchen, dann sollten Sie diesen Infos besondere Aufmerksamkeit schenken.

Der passende Raclette-Grill

Das wichtigste zuerst: Wenn Sie noch nie ein Raclette zubereitet haben, sollten Sie bedenken, dass Sie dafür einen Raclette-Grill benötigen. Diesen gibt es in zahlreichen verschiedenen Ausführungen. Grundsätzlich besteht der Raclette-Grill allerdings immer aus einer großen Grillplatte und mehreren kleinen Pfännchen. Häufig sind auch andere Zubehörteile wie Holzspatel oder ein Fonduetopf mit Gabeln im Raclette-Set enthalten.

Standard-Raclette-Grills sind üblicherweise auf Gruppen von acht Personen ausgelegt. Andere Geräte bieten hingegen Platz für bis zu zwölf Teilnehmer und wieder andere Varianten sind auf Paare oder Singles ausgelegt. Hier sollten Sie anhand der geplanten Gästezahl entscheiden, welches Gerät für Ihre Zwecke am besten geeignet ist.

Ein weiterer Unterschied besteht bei der Grillplatte – hier haben Sie die Wahl zwischen einer beschichteten Platte und einer Platte aus Stein. Beide Varianten bieten Vorteile: Die beschichtete Grillplatte ist deutlich leichter als die Steinplatte, wodurch der Raclette-Grill leichter zu transportieren ist. Zudem wird eine Platte aus Metall schneller heiß, wodurch der Grill schneller einsatzbereit ist. Eine Steinplatte ist hingegen deutlich kratzfester und widerstandsfähiger, wodurch diese meist langlebiger ist und einfacher gereinigt werden kann. Wer beide Vorteile in einem Gerät vereinen möchte, kann auf ein Hybrid-Gerät zurückgreifen.

So funktioniert Raclette

Die Funktion des Raclette-Grills ist eigentlich sehr einfach erklärt: Der Raclette-Grill wird in der Mitte des Tisches platziert und über eine Heizschlaufe erhitzt. Auf der heißen Grillplatte werden anschließend verschiedene Zutaten wie Fleisch oder Gemüse gebraten.

Wichtiger noch als die Grillplatte sind allerdings die Pfännchen, die an die Gäste verteilt werden. In diese werden verschiedene Zutaten gefüllt, die üblicherweise anschließend mit Käse überbacken werden. Dies geschieht, indem die Pfännchen unter die heiße Grillplatte geschoben werden. Auf dem Tisch werden Zutaten wie Kartoffeln, Paprika oder Cabanossi verteilt, die nach Lust und Laune in den Pfännchen kombiniert werden, um so mehrere kleine Gerichte zuzubereiten. Weitere Informationen zu den möglichen Zutaten finden Sie weiter unten im zweiten Teil dieses Artikels.

Der passende Käse

Die Bezeichnung Raclette geht auf den dafür typischerweise verwendeten Käse zurück, weshalb dieser auch besonders wichtig ist. Klassischerweise wird also die gleichnamige Schweizer Käsesorte Raclette für das Gericht verwendet. Diese Sorte ist besonders würzig und verfügt über sehr gute Schmelzeigenschaften, wodurch er für das Überbacken ideal geeignet ist. Wenn der Käse nicht direkt aus der Schweiz stammt, sollten Sie vor dem Schmelzen allerdings die Rinde abschneiden, da diese unter Umständen den Stoff Natamycin enthält. Dieser Stoff dringt laut Stiftung Warentest bis zu einen halben Zentimeter in den Käse vor, weshalb Sie ausreichend viel Rinde entfernen sollten, um keine Beeinträchtigung der Darmflora zu riskieren.

Sollte echter Raclette-Käse Ihnen geschmacklich nicht zusagen, können Sie alternativ andere Käsesorten mit guten Schmelzeigenschaften verwenden. Dazu zählen beispielsweise Mozzarella, Tilsiter, junger oder mittelalter Gouda, Camembert, Gorgonzola, Cheddar oder Butterkäse. Um die Schmelzeigenschaften weiter zu verbessern, können Sie den Käse vor dem Überbacken reiben.

Die Menge macht‘s

Um nicht zu viele Raclette-Zutaten zu besorgen (und natürlich auch nicht zu wenige), haben wir hier einige Mengenempfehlungen für Sie vorbereitet: Pro Person sollten Sie für die Pfännchen etwa 250 Gramm Käse vorbereiten. Darüber hinaus sollten Sie für die Fleischesser unter Ihren Gästen auch etwa 200 bis 250 Gramm Fleisch einplanen. Dies ist allerdings abhängig von der Menge an Beilagen, die zum Raclette gereicht werden: Wenn Sie besonders viele Beilagen oder eine besonders große Menge der einzelnen Beilagen vorbereitet haben, sollten Sie entsprechend weniger Fleisch einplanen. Die Käsemenge sollte allerdings ungefähr konstant bleiben.


Die besten Zutaten und Ideen

Nachdem Sie jetzt über die Grundlagen des Raclettes Bescheid wissen, kommen wir jetzt auf die Zutaten zu sprechen. Diese können Sie natürlich nach Lust und Laune ergänzen, verändern oder auch einfach ganz andere Ideen umsetzen. Unsere Auswahl soll nur eine kleine Inspiration für Sie darstellen und Ihnen einige Anregungen liefern.

Die klassischen Zutaten

Widmen wir uns zunächst den Zutaten, die bei einem klassischen Raclette eingesetzt werden. Diese Zutaten können Sie nach Lust und Laune kombinieren und mit Käse überbacken.

Neben dem Käse werden klassischerweise folgende Zutaten verwendet:

  • Verschiedene Fleischsorten wie Rinderfilet, Schweinefilet, Lammfilet, Hühnerfleisch oder Putenfleisch
  • Verschiedene Fischsorten oder Meeresfrüchte wie Lachsstücke, Garnelen oder Zander
  • Verschiedene Brotsorten wie Weißbrot, Schwarzbrot oder Toast
  • Vorgekochte Kartoffeln
  • Gebratene Champignons
  • Mixed Pickles
  • Essiggurken
  • Senfgurken
  • Silberzwiebeln
  • Verschiedene Wurstsorten wie Schinken oder Cabanossi
  • Verschiedenes Gemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Paprika, Karotten, Tomaten, Zucchini oder Auberginen
  • Fruchtige Zutaten wie Apfel-, Birnen- oder Ananasstücke
  • Eingelegte Oliven und Pepperoni
  • Dosengemüse wie Mais, Erbsen oder Bohnen

Ideen für süßes Raclette

Wenn Sie noch nach einer besonderen Dessert-Idee suchen oder keine Lust auf ein herzhaftes Raclette haben, können Sie stattdessen einfach ein süßes Raclette zubereiten oder das würzige Raclette mit einer süßen Variante abrunden. Verzichten Sie einfach auf den Käse und bereiten Sie etwas Teig als Grundlage vor, den Ihre Gäste in die Pfännchen füllen und mit weiteren Zutaten kombinieren können.

Für den Teig benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 5 Eier
  • 450g Mehl
  • 75g Butter
  • 50g Zucker
  • 350ml Milch
  • 1 Prise Salz

So stellen Sie den Teig her:

  1. Trennen Sie die Eier und schlagen Sie das Eiweiß steif.
  2. Schmelzen Sie die Butter in einem Topf.
  3. Vermischen Sie das Eigelb mit der geschmolzenen Butter, dem Zucker, dem Salz und dem Mehl.
  4. Fügen Sie die Milch anschließend unter Rühren hinzu, bis ein gleichmäßig flüssiger Teig entsteht.
  5. Heben Sie dann das steifgeschlagene Eiweiß unter. Fertig ist der Raclette-Teig.

Ihre Gäste können den Teig anschließend mit verschiedenen Zutaten kombinieren, um verschiedene süße Gerichte herzustellen. Als Topping eignet sich ein klecks Sahne oder Saucen wie Erdbeer-, Karamell- oder Schokosauce.

Folgende Zutaten können Sie beispielsweise bereitstellen:

  • Kleine Obststücke wie Bananen, Ananas, Weintrauben oder Äpfel
  • Frische Beeren wie Himbeeren, Blaubeeren oder Erdbeeren
  • Schokodrops oder -stücke
  • Gehackte Haselnüsse, Walnüsse oder Mandeln
  • Kokosraspeln
  • Weiche Karamellbonbons
  • Kekse
  • Gummibärchen
  • Marshmallows
  • Getrocknete Früchte wie Rosinen, getrocknete Datteln oder Feigen
  • Salzige Beilagen als Kontrast wie Salzbrezeln oder Chips
  • Croissant-Stücke
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