Superfood: Was steckt dahinter?

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Superfood was steckt dahinter wirklich gesund
Superfood: Wirklich so gesund wie sein Ruf? (Bild: pixabay)

Ob Goji-Beere, Chia-Samen oder Matcha: Kaum ist die Rede von einem gesunden Lebensstil, Clean Eating oder nährstoffreichen Lebensmitteln, wird mit dem Begriff Superfood geradezu um sich geworfen. Viele Konsumenten sind skeptisch, ob die gesundheitsfördernde Wirkung dieser Nahrungsmittel tatsächlich so überragend ist, wie Werbeagenturen und -abteilungen uns glauben machen wollen. Wir klären, was sich wirklich hinter der Bezeichnung Superfood verbirgt.

Definition von Superfood

Laut Duden handelt es sich bei Superfood um besonders gesunde, nährstoffreiche Nahrungsmittel. Diese Nahrungsmittel enthalten also sehr viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Antioxidantien. Wie diese Nährstoffe zusammengesetzt sein müssen beziehungsweise wie viele Nährstoffe in einem Nahrungsmittel überhaupt enthalten sein müssen, um als Superfood zu gelten, ist nicht festgelegt.

Allgemein gesprochen existiert für den Begriff Superfood also keine einheitliche Definition, die rechtlich bindend oder in anderer Weise geschützt wäre. Im Grunde genommen kann jedes Unternehmen das eigene Produkt als Superfood bezeichnen und so auf steigende Verkäufe hoffen. Die Bezeichnung, die auf der Verpackung steht, ist nicht mit dem tatsächlichen Nutzen des Nahrungsmittels gleichzusetzen.

Vermeintliches Superfood kann also gesund sein – muss aber nicht.


Liste: Superfood und Inhaltsstoffe

Um Ihnen einen kleinen Überblick zu ermöglichen, haben wir die Nahrungsmittel in einer Liste zusammengestellt, die am häufigsten mit der Bezeichnung Superfood in Verbindung gebracht werden. Zudem haben wir einige Informationen zu den Nährstoffen der jeweiligen Lebensmittel für Sie zusammengesucht.

Açai-Beeren

Die Superbeere Açai stammt aus Brasilien und ist besonders reich an Antioxidantien. Die dunkle Beere enthält viele Ballaststoffe sowie unter anderem Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Natrium. Zudem finden sich die Vitamin D, B1, B2, B3 und B6 in der Açai-Beere.

Frische Açai-Beeren sind in Deutschland nicht erhältlich, da sie nach der Ernte schnell verderben. Tiefgekühlt, getrocknet oder in Pulverform finden Sie die Beere allerdings mit etwas Glück in heimischen Supermärkten.

Chia-Samen

Chia-Samen sind das Superfood schlechthin – zumindest, wenn man den Versprechen der Hersteller Glauben schenken darf. Tatsächlich enthalten Chia-Samen viele Nährstoffe: sehr viel Kalzium und Eisen, Antioxidantien, Ballaststoffe und Eiweiß sowie die ungesättigte Fettsäure alpha-Linolensäure.

Beim Verzehr können allerdings Nebenwirkungen auftreten, wenn die Samen zusammen mit blutverdünnenden Medikamenten eingenommen werden. Unverträglichkeiten sind ebenfalls möglich.

Chia-Samen sollten außerdem immer mit ausreichend Wasser verzehrt werden, da sie Flüssigkeiten binden.

Goji-Beeren

Goji-Beeren sind rote, längliche Beeren aus China, die viel Vitamin-C, Ballaststoffe und Eiweiße enthalten. Das Superfood soll das Immunsystem stärken, den Schlaf verbessern und vor allem eine Wunderwaffe im Kampf gegen das Alter sein. Einziges Problem dabei: Nachgewiesen wurden die Wunderwirkungen der Beere bislang in keiner verlässlichen Studie.

Goji-Beeren werden meist nur getrocknet, als Pulver oder in verarbeiteter Form angeboten.

Matcha

Matcha wird aus Grüntee-Blättern gewonnen und hierzulande als Pulver angeboten. Die intensive grüne Färbung des Pulvers ist kennzeichnend für die Qualität: Je grüner das Produkt, desto hochwertiger.

Matcha-Pulver enthält unter anderem viele Vitamine und Mineralstoffe und ist reich an Antioxidantien. Zudem ist der Wirkstoff Epigallocatechin-Gallat (EGCG) enthalten. Dieser soll sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken und das Wachstum von Tumoren hemmen. Diese Wirkung ist bislang allerdings nicht belegt und sollte daher nicht überbewertet werden.

Moringa

Moringa wird derzeit als regelrechte Wunderpflanze gehandelt. Die getrockneten Blätter der Pflanze sind auch in Pulverform erhältlich und gelten als extrem nährstoffreich. Die Pflanze enthält sehr viel Kalzium, Betacarotin, Kalium, Eisen sowie Vitamin C und E.

Den Versprechen der Hersteller sollte man dennoch nicht zu viel Beachtung schenken: Moringa ist zwar tatsächlich ein Superfood, doch werden häufig deutlich höhere Werte bei den Inhaltsstoffen versprochen, als tatsächlich enthalten sind.

Quinoa

Das Gold der Inka, wie Quinoa auch genannt wird, stammt aus den Anden und ist dort ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die kleinen Körner enthalten zahlreiche Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Kalium, Kalzium und Mangan. Darüber hinaus sind wertvolle Aminosäuren und ungesättigte Fettsäuren enthalten.

Quinoa ist vor allem bei Veganern und Vegetariern sehr beliebt, da es sich aufgrund seiner Nährstoffzusammensetzung ideal als Grundnahrungsmittel eignet. Zudem sind die Körner glutenfrei.


Alternativen mit ähnlichen Nährstoffen

Wer der Umwelt und sich selbst etwas Gutes tun will, sollte statt importiertem Superfood lieber auf heimische Alternativen setzen, die mindestens genauso viele und gute Nährstoffe enthalten, wie die importierten Trend-Nahrungsmittel.

Statt Chia-Samen können Leinsamen genutzt werden, die dem Superfood nicht nur optisch ähneln, sondern auch viele Nährstoffe aufweisen. Als Alternative zu Goji- und Açai-Beeren eignen sich beispielsweise Johannis- oder Heidelbeeren. Diese enthalten ebenfalls zahlreichen Antioxidantien und können sogar frisch verzehrt werden, statt getrocknet oder tiefgefroren.

Quinoa ist besonders bei Gluten-Unverträglichkeiten ein gern genutztes Nahrungsmittel. Alternativ dazu kann Hirse eingesetzt werden, die ebenfalls glutenfrei ist. Hier sollten Sie allerdings darauf achten, dass die Hirse nicht importiert wurde, wenn Sie Wert auf Nachhaltigkeit legen.

Warum Superfood gar nicht so super ist

Da es sich bei Superfood meist um exotische Früchte und Samen handelt, die extra aus dem Ausland importiert werden müssen, sind die Nahrungsmittel vergleichsweise teuer. Dennoch greifen viele Konsumenten auf die Trend-Nahrungsmittel zurück, statt Alternativen zu nutzen, die in heimischen Gefilden angebaut wurden. Der Import der Früchte belastet durch die CO2-Emission das Klima und hat negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Zudem ist Superfood häufig gar nicht so gesundheitsfördernd, wie beworben. Da beim Anbau der Früchte gelegentlich Pestizide eingesetzt werden, die in der EU verboten sind, sind die Nahrungsmittel häufig mit Rückständen belastet und können im schlimmsten Fall der Gesundheit schaden, statt ihr zu nutzen.

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