Einrichtungstrend: Kolonialstil

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Einrichtungstrend Kolonialstil colonial living Seefahrt Kompass
Kompass: Das Seefahrer-Motiv eignet sich hervorragend als Ergänzung zum Kolonialstil. (Bild: Pixabay)

Der Kolonialstil ist ein Einrichtungstrend mit Geschichte: Ursprünglich stammt diese Art des Wohnens aus dem 17. bis 19. Jahrhundert – der Zeit der Seefahrer und die Zeit der Koloniengründung. Siedler aus Europa brachten architektonische Stile und Möbel aus ihren Heimatländern mit in die Kolonien, wodurch sich der Kolonialstil entwickelte. Seit einigen Jahren erlebt der Einrichtungsstil ein Revival und ist immer häufiger in modernen Wohnungen und Häusern zu finden. Wir verraten Ihnen, welche Elemente bei diesem Trend eine Rolle spielen und wie Sie den Kolonialstil am besten umsetzen.

Verschiedene Ausprägungen: Kolonien als Ausgangspunkt

Grundsätzlich handelt es sich beim Kolonialstil eigentlich um einen Baustil und weniger um einen Einrichtungstrend. Je nach Ursprungsland der damaligen Siedler und Kolonie weist der architektonische Stil außerdem deutliche Unterschiede auf, die sich auch auf die Inneneinrichtung auswirken. Beispielsweise wird beim amerikanischen Kolonialstil zwischen einer englischen, spanischen, französischen oder niederländischen Ausprägung unterschieden, die unterschiedliche Besonderheiten aufweisen.

Neben dem amerikanischen Kolonialstil, der Nordamerika mit Europa verbindet, existieren daher zahlreiche weitere Kolonialstile. Dabei wird der Kolonialstil meist mit einer exotischen Note in Verbindung gebracht, der sich auf europäische Kolonien in Übersee bezieht. So kommen beim Kolonialstil beispielsweise auch Materialien aus Seide, Bambus oder Mahagoni zum Einsatz.

Die Besonderheiten der jeweiligen Kolonien zeigen sich entsprechend auch in der Inneneinrichtung. Es ist daher fast unmöglich, den Kolonialstil auf bestimmte Merkmale festzulegen. Allen Ausprägungen – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich – ist allerdings gemein, dass in den Kolonien heimische Materialien mit Möbeltrends und Baustilen aus den Heimatländern der jeweiligen Siedler kombiniert wurden, um so eine neue Art des Wohnens zu schaffen. Dunkle Hölzer sowie massive Möbelstücke gelten heutzutage meist ebenfalls als kennzeichnend.

Einrichten im Kolonialstil: Materialien und Motive

Sollten Sie Ihre Wohnung beziehungsweise Ihr Haus daher im Kolonialstil einrichten wollen, sollten Sie sich zunächst Gedanken darübermachen, auf welche Wirkung Sie abzielen und welche Richtung Sie einschlagen wollen. Wollen Sie Ihr Zuhause eher im amerikanischen Stil einrichten, sollten Sie Materialien verwenden, die dort heimisch sind. Wollen Sie hingegen einen eher asiatischen Stil umsetzen, sollten Sie Materialien aus Ländern wie Indien oder China verwenden und so weiter.

Zudem können Sie auch einfach einige wenige Elemente aus verschiedenen Gebieten miteinander kombinieren. Denn nicht nur in den Kolonien wurde eine neue Art der Architektur und der Inneneinrichtung geschaffen, sondern auch in den Ursprungsländern der Siedler. Viele Seefahrer brachten die neuen Materialien und Errungenschaften aus den neuen Ländern mit nach Hause, wo sie ebenfalls Eingang in die Häuser und Wohnungen der Menschen fanden.

So ist es beispielsweise möglich, asiatische Blütenmotive mit heimischen Hölzern und Deko-Objekten im afrikanischen Stil zu verbinden. Eine andere Variante ist die Verwendung eines zentralen Möbelstücks (wie einer alten Truhe, einem massiven Regal oder einem dunklen Wohnzimmertisch), das als besonderer Hingucker gilt und bewusst als Stilbruch in einer ansonsten modern eingerichteten Wohnung eingesetzt wird. Besonders minimalistisch eingerichtete Räume sind dafür besonders geeignet. Egal für welche Variante Sie sich letztlich entscheiden: Sie sollten unbedingt darauf achten, nicht zu viele Stile miteinander zu verbinden oder zumindest eine gemeinsame Linie (wie eine Farbrichtung) zu definieren. Ansonsten verlieren Sie beim Einrichten meist schnell den Überblick, wodurch die Räume häufig überladen und chaotisch wirken.

Seefahrer-Motiv als Ergänzung zum Kolonialstil

Eine hervorragende Ergänzung zum kolonialen Einrichtungsstil ist die Seefahrer-Thematik, da die beiden Motive nicht nur historisch gesehen ideal zusammenpassen, sondern auch was die verwendeten Materialien anbelangt. So lassen sich koloniale Möbelstücke beispielsweise hervorragend mit Deko-Objekten aus diesem Bereich kombinieren.

Alte Landkarten, Vintage-Truhen, Koffer, Fernrohre, goldene Sextanten und Co. werden in einer Umgebung aus dunklen Massivhölzern zu echten Hinguckern und vermitteln eine Aufbruchs- und Entdeckerstimmung. Wer über Mitbringsel aus Übersee verfügt, kann diese in dieser Umgebung außerdem hervorragend in Szene setzen. Dennoch sollten Sie Ihre Wohnung nicht mit Deko und Krimskrams überladen, sondern gezielt ein paar besonders schöne Stücke auswählen, die Sie präsentieren möchten.

Textilien und Farben für das koloniale Wohnen

Bezüglich der Textilien sollten Sie vor allem auf natürliche Materialien wie Leder oder Baumwolle setzen, die in der Kolonialzeit gebräuchlich waren. Leinen, Sisal und Seide lassen sich je nach verwendetem Stil meist ebenfalls gut kombinieren und fügen sich gut in eine koloniale Einrichtung ein.

Da bei den Möbeln hauptsächlich dunkle Hölzer zum Einsatz kommen, sollten Sie bei der Dekoration und der Auswahl der Textilien vorwiegend auf hellere Farbtöne setzen – gleiches gilt auch für die Farbe der Wände. Räume wirken so weniger erdrückend und offener.

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