Ergonomie in der Küche: Darauf sollten Sie achten

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Die ALNOSTAR CERA - CONSIGO passt sich dank unterschiedlich dicker Arbeitsplatten optimal an ergonomische Ansprüche an.

Ergonomie nimmt bei der Küchenplanung seit einigen Jahren einen immer höheren Stellenwert ein – und das zurecht: Die sorgfältige Planung einer neuen Küche ist entscheidend, wenn es darum geht, einen komfortablen Raum einzurichten, den Sie regelmäßig und gerne benutzen. Wir verraten Ihnen, was hinter dem Schlagwort Ergonomie steckt und welche Aspekte Sie bei der Küchenplanung ganz besonders beachten sollten.

Ergonomie in der Küche: Das ist gemeint

Die Ergonomie-Thematik in der Küche ist relativ schnell erklärt: Da eine Küche in den meisten Fällen viele Jahre lang so gut wie täglich genutzt wird, ist es sinnvoll, diese so einzurichten, dass die Möbel und andere Gegenstände an den jeweiligen Nutzer angepasst sind. Dies geschieht vor allem aus Gründen des Komforts, aber auch der Gesundheit. Vor allem der Rücken profitiert von einer ergonomisch eingerichteten Küche.

Die Ästhetik sollte in der Küche also definitiv nicht die einzige Rolle spielen, da Ihnen die schönste Küche nichts nützt, wenn Sie sie aufgrund einer falschen Planung kaum benutzen. Daher ist es umso wichtiger, die jeweiligen Abstände der einzelnen Küchenbereiche, die Höhe der Arbeitsplatten, Schränke und Co sowie die Aufteilung des Stauraums auch unter den Gesichtspunkten der Ergonomie zu planen.

Im Folgenden verraten wir Ihnen, welche Punkte bei der ergonomischen Küche eine besonders große Rolle spielen und wie Sie diese am besten umsetzen. Wichtig: Diese Punkte sollen Ihnen nur als kleiner Überblick dienen. Neben diesen Aspekten gibt es zahlreiche weitere Maßnahmen, die Sie beim Thema Ergonomie umsetzen können.

 


Diese Aspekte sollten Sie bei der Planung berücksichtigen

Vorab: Voraussetzungen und Ansprüche klären

Bevor Sie sich an die Planung einer neuen Küche machen, gilt auch im Falle der Ergonomie: Werden Sie sich über Ihre Ansprüche und Voraussetzungen klar. Überlegen Sie sich beispielsweise, wer die Küche in Zukunft am häufigsten nutzt. Wird die Küche von mehreren Personen genutzt, die sich hinsichtlich der Körpergröße beispielsweise erheblich unterscheiden, so kann es beispielsweise sinnvoll sein, mehrere Arbeitsbereiche mit unterschiedlichen Höhen einzuplanen. Ähnlich verhält es sich, wenn ein Küchennutzer Linkshänder ist, der andere aber Rechtshänder – hier können die Scharniere unterschiedlich angeordnet werden.

Muss die Küche hingegen barrierefrei geplant werden, kommt es widerum zu ganz anderen Ansprüchen hinsichtlich der Aufteilung der Möbel. Gleiches gilt, wenn Kinder die Küche ebenfalls mitbenutzen. Werden Sie sich über die jeweiligen Ansprüche klar und machen Sie sich erst dann an die Planung – dann kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.

Höhe der Arbeitsfläche

Ein besonders wichtiger Punkt bei der Planung ergonomischer Küchen ist die Höhe der Arbeitsfläche, der Spüle und des Herds. Der Hauptnutzer der Küche sollte daher ausmessen, welche Höhe für ihn ideal ist, um Rückenschmerzen und Haltungsproblemen vorzubeugen. Um herauszufinden, welche Arbeitshöhe ideal ist, winkeln Sie einfach Ihren Arm an und messen den Abstand vom Boden zum Ellenbogen. Ziehen Sie dann ungefähr 15 Zentimeter von Ihrer Messung ab – und schon haben sie die passende Höhe der Arbeitsflächen herausgefunden.

Wird die Küche von mehreren Personen ähnlich häufig benutzt, können Sie auch unterschiedliche Höhen für die einzelnen Arbeitsbereiche einplanen. So kann eine etwaige Kücheninsel beispielsweise ein paar Zentimeter höher oder tiefer als der Rest der Küche liegen – häufig lässt sich dies schon durch eine unterschiedliche Dicke der Arbeitsplatten erreichen. Einige Hersteller bieten darüber hinaus Module an, die sich nach Belieben erhöhen oder Absenken lassen – dies kann in einigen Fällen durchaus sinnvoll sein.

Küchenformen und Arbeitswege

Ebenfalls wichtig: Die Wege in der Küche sollten ergonomisch gestaltet werden. Der Kühlschrank sollte nicht in der einen Ecke und der Herd in einer ganz anderen Ecke, mehrere Meter davon entfernt platziert werden – stattdessen ist es sinnvoll, für kurze Wege zu sorgen, die Ihnen das Kochen erleichtern.

Bei diesem Punkt spielt auch die Wahl der passenden Küchenform eine erhebliche Rolle: U-förmige Küchen können beispielsweise erheblich einfacher ergonomisch gestaltet werden, als Küchenzeilen. Weitere Informationen zur Wahl der Küchenform finden Sie in unserem Artikel Küchenformen im Überblick.

Um möglichst ergonomisch arbeiten zu können, sollten Sie für kurze Wege zwischen der Arbeitsfläche, der Kochstelle und der Spüle sorgen, da Sie beim Kochen im Normalfall häufig zwischen diesen Stationen hin und her wechseln.

Schränke und Einbaugeräte

Berücksichtigen Sie den Aspekt der kurzen Wege auch bei der Planung des Stauraums beziehungsweise später beim Einräumen der Küchenschränke: Geschirr, Gläser, Besteck und Co sollten möglichst nahe an der Spülmaschine platziert werden, um keine unnötigen Wege zu verursachen.

Apothekerschränke und Schubläden für Unterschränke sorgen dafür, dass Sie nicht auf Knien nach Utensilien und anderen Gegenständen suchen müssen. Vermeiden Sie daher, herkömmliche Regale als Unterschränke einzuplanen.

Ebenfalls wichtig: Einbaugeräte wie Kühlschränke, Backöfen oder Mikrowellen sollten ebenfalls nicht mehr im Bereich der Unterschränke platziert werden wie früher üblich, sondern möglichst mittig. So können Sie gekrümmte Haltungen und Rückenschmerzen ebenfalls leicht umgehen.


Die wichtigsten Punkte im Überblick

Zusammengefasst sollten Sie bei der Planung einer neuen Küche folgendermaßen vorgehen:

  • Notieren Sie Ihre Anforderungen und orientieren Sie sich bei der Planung an diesen
  • Finden Sie die optimale Höhe für die Arbeitsbereiche der Küche
  • Überlegen Sie, ob unterschiedlich hohe Arbeitsbereiche für Ihre Familie sinnvoll sind
  • Lassen Sie die Spüle leicht erhöht einbauen
  • Planen Sie den Stauraum für Geschirr & Co möglichst nahe an der Spülmaschine, um unnötige Wege zu vermeiden
  • Sorgen Sie für kurze Wege zwischen dem hauptsächlichen Arbeitsbereich, dem Herd und der Spüle
  • Platzieren Sie Einbaugeräte wie Kühlschrank, Backofen und Co nicht am Boden
  • Statten Sie Unterschränke mit ausziehbaren Fächern aus, um für mehr Komfort zu sorgen
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