Hochwertiges Olivenöl erkennen

Kochen
Olivenöl aus hochwertigen Zutaten erkennen
Hochwertiges Olivenöl kann man nicht nur am Geschmack erkennen (Bild: Pixabay)

Hochwertiges Olivenöl ist nicht so leicht zu finden – und noch schwerer zu erkennen. Massenproduzierte Ware aus dem Supermarkt kann traditionell hergestellten Ölen nicht das Wasser reichen. Doch beim Kauf von Olivenöl gibt es einige Tricks, die es Ihnen erleichtern, qualitativ hochwertige Produkte zu erkennen.

Dass pflanzliche Öle wesentlich gesünder als tierische Fette sind, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Ob Sonnenblumen-, Raps-, Distel- oder Olivenöl – pflanzliche Öle enthalten mehr ungesättigte und weniger gesättigte Fettsäuren, wodurch sie sich positiv auf die allgemeine Gesundheit auswirken. Doch Öl ist nicht gleich Öl, denn bei der Qualität gibt es erhebliche Unterschiede.

Nativ, extra, rein, raffiniert, kaltgepresst – die Unterschiede

Beim Einkauf wandert der Blick üblicherweise zunächst auf das Etikett. Bei Olivenöl ist dies durchaus sinnvoll, da rechtlich geregelt ist, welche Bezeichnungen verwendet werden dürfen. Viele Hersteller halten sich allerdings nicht daran, außerdem sind die dargestellten Informationen nicht so leicht zu entschlüsseln. Denn was genau ist mit sortenrein gemeint? Gibt es einen Unterschied zwischen nativ und nativ extra? Und wie unterscheiden sich kaltgepresstes und raffiniertes Olivenöl voneinander?

Das einfachste zuerst: Bei reinem oder sortenreinen Öl handelt es sich – wie der Name schon sagt – um Öl aus einer einzigen Pflanzenart bzw. aus einer Olivensorte. Während viele Öle aus Mischungen verschiedener Pflanzen wie Sonnenblumen und Raps oder verschiedener Sorten bestehen, werden bei reinem Olivenöl nur Oliven (einer Art) zur Herstellung verwendet. Womit schon ein wichtiges Qualitätsmerkmal hervorgehoben wurde.

Die Güteklassen des Olivenöls

Olivenöle können grundsätzlich in drei Güteklassen eingeteilt werden: nativ extra, nativ und Olivenöl ohne zusätzliche Bezeichnungen, auch Lampantöl genannt. Natives Olivenöl extra wird auch als extra vergine und natives Öl als vergine bezeichnet. Bestimmt fragen Sie sich jetzt, was die drei Güteklassen voneinander unterscheidet. Wir verraten es Ihnen.

Bei nativem Olivenöl extra – oder extra nativem Olivenöl – handelt es sich um die höchste Qualitätsstufe. Der Gehalt freier Fettsäuren darf bei dieser Güteklasse nicht über 0,8 Prozent liegen. Generell gilt jedoch: je niedriger der Wert, desto besser. Die Oliven werden bei der Herstellung von nativem Olivenöl extra direkt vom Baum geerntet und innerhalb kürzester Zeit zu Olivenöl weiterverarbeitet. So werden Fermentierungsprozesse vermieden, die das Aroma verändern. Je nach Reifegrad der verwendeten Früchte unterscheidet sich der Geschmack: Reifere Früchte ergeben ein milderes Olivenöl, unreifere Oliven weisen hingegen ein deutlich stärkeres Aroma auf. Natives Olivenöl extra schmeckt typischerweise fruchtig, weist dabei aber auch scharfe und bittere Noten auf.

Bei nativem Olivenöl liegt der Säuregehalt zwischen 0,8 und 2 Prozent. Hier werden nicht ganz so hochwertige oder nicht ganz so frische Oliven verarbeitet. Diese Güteklasse liegt also unter nativem Olivenöl extra, ist aber immer noch relativ gut.

Produkte mit der Bezeichnung „Olivenöl“ sollten Sie hingegen in jedem Fall vermeiden. Dabei handelt es sich um verschnittene Öle, die aus minderwertigen Oliven hergestellt wurden. Bei diesen Ölen ist die raffinierte Herstellung vorgeschrieben, außerdem sind sie aufgrund ihres Geschmacks fast nicht verzehrbar. Der hohe Säuregehalt und das ungenießbare Aroma machen diese Olivenöle in der Küche unbrauchbar.

Gefiltert oder gepresst: Welche Variante ist besser?

Neben diesen Bezeichnungen sollten Sie auch den Unterschied zwischen raffinierten und
kaltgepressten Olivenölen kennen. Raffinierte Öle werden hergestellt, indem der Pflanze ein Lösungsmittel beigesetzt wird. Anschließend wird das Produkt raffiniert – also gefiltert, wobei die Stoffe entfernt werden, die zu einem „kratzigen“ Geschmack beitragen. Dadurch schmeckt das Öl einerseits milder, andererseits wird es länger haltbar und wesentlich hitzebständiger. Nachteil: Raffinierte Olivenöle enthalten auch weniger gute Fettstoffe.

Im Gegensatz dazu wird bei kaltgepressten Ölen die Pflanze schonend ausgepresst, weshalb diese Methode grundsätzlich als hochwertiger angesehen wird. Da das Öl nicht erhitzt wird, bleiben mehr wertvolle Inhaltsstoffe erhalten. Doch auch diese Herstellungsweise ist nicht ausschließlich positiv zu bewerten: Kaltgepresste Olivenöle verfügen über einen wesentlich niedrigeren Rauchpunkt. Dies bedeutet, dass sie bei einer hohen Temperatur schädliche Stoffe freisetzen, weshalb diese Öle nicht zum Braten oder Kochen bei extrem hohen Temperaturen geeignet sind. Sofern Sie das Öl nicht zu heiß werden lassen, können Sie es aber auch für diese Zwecke bedenkenlos einsetzen.

Fazit: So erkennen Sie hochwertiges Olivenöl

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass Sie auf natives Olivenöl extra bzw. extra vergine zurückgreifen sollten, das im Idealfall sortenrein ist und aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen für natives Olivenöl extra kaltgepresst wurde. Fallen Sie dabei aber nicht auf Etikettenschwindel im Supermarkt herein. Ein Olivenöl für zwei oder drei Euro entspricht in den allermeisten Fällen nicht den Standards, die für ein natives Olivenöl extra gelten, ganz gleich, was auf den Etiketten angegeben ist. Hochwertiges Olivenöl ist aufgrund des Herstellungsprozesses deutlich teurer und kaum unter zehn bis zwanzig Euro pro Liter zu erhalten. In diesem Fall spielt der Preis also tatsächlich eine Rolle.

 

 

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