Hygiene in der Küche: Das sollten Sie beachten

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Das regelmäßige Waschen der Hände ist eine von vielen Hygienemaßnahmen in der Küche. (Bild: Pixabay)

Hygiene ist ein Thema, das wohl jeden Hobby- oder Profi-Koch früher oder später beschäftigt: Kein Wunder, in der heimischen Küche lauern häufig wahre Hotspots für Keime und Bakterien. Wer beim Umgang mit Lebensmitteln und Küchenutensilien einige Hygieneregeln beachtet, braucht sich deswegen allerdings keine Gedanken zu machen. Wir verraten Ihnen, welche Maßnahmen Sie in der Küche umsetzen sollten und wie Sie dafür sorgen, dass Keime bei Ihnen keine Chance haben. Am Ende haben wir alle Tipps darüber hinaus nochmal in einer kleinen Checkliste für Sie zusammengestellt.

Lebensmittelhygiene beginnt schon beim Einkauf

Lebensmittelhygiene beginnt nicht erst Zuhause in den eigenen vier Wänden, sondern bereits im Supermarkt. Je nach Nahrungsmittel gibt es dabei einiges zu beachten: So müssen leichtverderbliche Lebensmittel wie Fleisch oder Fisch unbedingt in einer Kühltasche transportiert werden, um die Kühlkette nicht zu unterbrechen. Tiefgefrorene Lebensmittel müssen ebenfalls gekühlt werden und sollten möglichst als letztes eingekauft werden, um die Nahrungsmittel nicht unnötig lange der Wärme auszusetzen.

Achten Sie außerdem darauf, dass alle Lebensmittel unversehrt sind. Obst und Gemüse müssen frei von Schimmel sein, Eier dürfen nicht angeschlagen sein und Dosen sollten keine Dellen aufweisen. Beachten Sie darüber hinaus das Haltbarkeitsdatum der Lebensmittel. Nicht jeder Supermarkt sortiert abgelaufene Nahrungsmittel zuverlässig aus. Auch wenn viele Lebensmittel länger haltbar sind, als das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) suggeriert: Einige Produkte weisen ein Verbrauchsdatum auf oder sollten nicht weit über das MHD hinaus verzehrt werden.


Lebensmittel richtig lagern

Nach dem Einkauf sollen Sie darauf achten, die Lebensmittel richtig zu lagern. Nicht jedes Gemüse oder Obst gehört in den Kühlschrank, einige Nahrungsmittel müssen hingegen unbedingt gekühlt werden. Informieren Sie sich darüber, welche Anforderungen die einzelnen Lebensmittel an ihren jeweiligen Lagerort stellen. Nur so profitieren Sie von maximaler Haltbarkeit.

Tauen Sie Ihren Kühlschrank und die Tiefkühltruhe außerdem regelmäßig ab und überprüfen Sie, ob Sie die optimale Kühltemperatur eingestellt haben. Für Kühlschränke liegt diese bei 7 Grad, für Tiefkühltruhen bei minus 17 Grad Celsius. Im Zuge dessen sollten Sie beide Elektrogeräte außerdem gründlich reinigen. Kühl- und Gefrierschrank sind ebenfalls Brutstätten für Bakterien, sofern Sie nicht regelmäßig gereinigt werden.

Beim Einräumen der Lebensmittel in den Kühlschrank sollten Sie außerdem darauf achten, diese in den richtigen Fächern zu platzieren. Milch sollte entgegen der Gewohnheit vieler Menschen beispielsweise nicht in die Kühlschranktür gestellt werden, da dies tendenziell der wärmste Ort im Kühlschrank ist. In einem anderen Artikel verraten wir Ihnen, wie Sie Ihren Kühlschrank richtig einräumen.


Reinigung ist in der Küche das A und O

Vor dem Kochen am wichtigsten: Händewaschen nicht vergessen! Legen Sie etwaigen Schmuck ab und reinigen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife. Verwenden Sie zum Abtrocknen ein sauberes Handtuch oder Geschirrtuch und decken Sie offene Wunden mit einem wasserdichten Verband ab. Bevor Sie die Lebensmittel zubereiten, sollten Sie auch die Arbeitsflächen gründlich reinigen beziehungsweise nochmal abwischen.

Viele Bakterien werden über Schneidebretter, Besteck, Geschirr oder Geräte auf die Lebensmittel übertragen. Um dies zu vermeiden, sollten die Utensilien nach jedem Kochen gründlich mit sauberem Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Beim Kochen sollten Sie die Utensilien außerdem nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Fisch, Geflügel, Meeresfrüchten oder Eiern reinigen, um zu vermeiden, dass sich Bakterien auf andere Lebensmittel übertragen.

Was gerne vergessen wird: Schwämme, Lappen und Geschirrtücher sind regelrechte Brutstätten für allerhand Keime. Diese sollten mindestens einmal in der Woche ausgetauscht werden. Heißes Ausspülen alleine reicht nicht, stattdessen gehören diese Textilien unbedingt in die Kochwäsche.


Lebensmittel sicher verarbeiten und Kontamination vermeiden

Keime von rohen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch oder Eiern können sich beim Kochen schnell auf andere Lebensmittel übertragen. Aus diesem Grund sollten Sie nicht nur Utensilien wie Schneidebretter oder Messer und Arbeitsflächen nach dem Kontakt zu diesen Lebensmitteln reinigen, sondern außerdem darauf achten, dass die Lebensmittel nicht mit anderen Produkten in Berührung kommen.

Entsorgen Sie das Verpackungsmaterial von Fleisch, Fisch oder Geflügel sofort, nachdem Sie die Lebensmittel entpackt haben. Verwenden Sie außerdem keine Utensilien, die in Kontakt mit den rohen Speisen gekommen sind für andere Produkte, sofern diese nicht vorher gereinigt wurden.

Entsorgen Sie schimmlige oder angefaulte Lebensmittel konsequent, um keine Übertragung auf andere Lebensmittel zu riskieren.


Sicher kochen und aufbewahren

Achten Sie beim Kochen darauf, dass rohe, leicht verderbliche Lebensmittel gut durchgegart werden. Fleisch benötigt beispielsweise Temperaturen von rund 70 Grad Celsius für rund 15 Minuten, um alle Bakterien abzutöten.

Nach dem Kochen sollten Sie die Gerichte möglichst sofort verzehren. Wenn Sie diese warmhalten möchten, sind mindestens 70 Grad Celsius notwendig, um die Bildung neuer Keime zu verhindern. Sollten Sie die Speisen länger aufbewahren wollen, dann lassen Sie sie abkühlen und stellen Sie sie anschließend schnellstmöglich in den Kühlschrank, beziehungsweise frieren Sie sie schnellstmöglich ein. Bewahren Sie die Speisen im Kühlschrank dennoch nicht zu lange auf, sondern verzehren Sie sie schnellstmöglich.

Tauen Sie gefrorene Lebensmittel immer im Kühlschrank auf, da auch das Auftauen im Wasserbad eine erhebliche Gefahrenquelle darstellt. Achten Sie beim Aufwärmen darauf, dass das Gericht vollständig erhitzt wurde – das gilt auch für das Aufwärmen in der Mikrowelle.


Die wichtigsten Regeln für Hygiene in der Küche: Checkliste

  • Händewaschen als oberste Priorität: Bevor Sie mit dem Kochen beginnen, sollten Sie ihre Hände immer gründlich mit Seife waschen.
  • Wischen Sie die Oberflächen, auf denen Sie Lebensmittel zubereiten, vor dem Kochen gründlich ab und reinigen Sie sie nach dem Kontakt mit rohen Lebensmitteln.
  • Wechseln Sie Textilien wie Geschirrtücher, Schwämme und Lappen mindestens einmal pro Woche aus.
  • Kochen Sie die Textilien vor dem erneuten Gebrauch aus. Auswaschen mit heißem Wasser ist nicht ausreichend, um Keime wirksam abzutöten.
  • Achten Sie beim Einkauf darauf, nur unversehrte Lebensmittel zu kaufen.
  • Unterbrechen Sie die Kühlkette nicht: Leicht verderbliche und tiefgekühlte Lebensmittel müssen gekühlt werden und sollten als letztes eingekauft werden.
  • Prüfen Sie Lebensmittel vor dem Kochen immer auf Schädlingsbefall und Schimmel.
  • Lagern Sie verschiedene Lebensmittel immer bei den richtigen Temperaturen, um Schimmelbefall und Co zu vermeiden.
  • Tauen Sie Kühlschränke und Tiefkühltruhen regelmäßig ab und prüfen Sie diese auf die optimale Temperatur. Reinigen Sie die Elektrogeräte ebenfalls regelmäßig.
  • Achten Sie beim Spülen darauf, das Geschirr wirklich gründlich mit sauberem Wasser und Spülmittel zu reinigen. Geschirrspülmaschinen liefern hier meist ein deutlich besseres Ergebnis, doch auch dabei sollten Sie nicht auf entsprechende Spülmittel verzichten.
  • Tauen Sie gefrorene Lebensmittel oder Speisen nicht bei Zimmertemperatur oder im Wasserbad auf, sondern im Kühlschrank.
  • Lassen Sie fertig zubereitete Speisen abkühlen und lagern Sie sie anschließend im Kühlschrank oder frieren Sie sie ein.
  • Garen Sie verderbliche Lebensmittel immer gut durch.
  • Vermeiden Sie die Kreuzkontamination von Lebensmitteln, indem Sie Verpackungen entsorgen und Utensilien sowie Arbeitsflächen reinigen.

 

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