Lavendel in der Küche: Verwendung & Infos

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Lavendel ist typisch für die Küche der Provence. (Bild: Pixabay)

Lavendel zählt mit seinem außergewöhnlichen Geruch und seiner auffälligen, violetten Farbe sicherlich zu den bekanntesten Kräutern. Meist wird die Pflanze als Heilkraut verwendet, doch nur wenige Köche trauen sich an Gerichte mit Lavendel heran. Dabei können Blätter und Blüten der Pflanze so viel mehr als Schlaflosigkeit und Migräne verbessern. Wir verraten Ihnen, wie Sie Lavendel in der Küche einsetzten können und was Sie darüber wissen müssen.


Lavendel in der Küche einsetzen: So funktioniert’s

Zunächst das Grundlegende: Wer sich an die Verwendung von Lavendel beim Kochen heranwagt, sollte darauf achten, die Pflanze nur zu verwenden, wenn sie im eigenen Garten angebaut wurde oder sicher frei von Pestiziden ist. Wer eine ausgewachsene Lavendelpflanze erwirbt, sollte deren Bestandteile am besten nicht in der Küche einsetzen, da sie meist behandelt wurde und nicht zum Verzehr geeignet ist.

Würzen mit Lavendel: Dazu passt der Geschmack

Lavendel duftet zwar blumig und eher süßlich, geschmacklich ähnelt er allerdings eher Rosmarin. Mit seiner herben bis bitteren Note passt das würzige Kraut daher hervorragend zu deftigen Gerichten. Dennoch sollten Sie Lavendel immer sparsam einsetzen und lieber etwas zu wenig, als zu viel verwenden. Nachwürzen können Sie immer noch.

Je nachdem welcher Teil der Pflanze verwendet wird, unterscheidet sich auch der Einsatzzweck: Lavendelblüten schmecken meist etwas milder als Zweige oder Blätter und können daher hervorragend mit Süßspeisen kombiniert werden, sind aber natürlich auch für deftige Gerichte geeignet. Die Zweige werden hingegen eher für deftige Fleischgerichte wie Lamm verwendet. Die Blätter können grundsätzlich für jedes Gericht verwendet werden.

Was ebenfalls einen Unterschied macht: Der Geschmack von Lavendel verändert sich, wenn er getrocknet oder frisch eingesetzt wird. Auch Produkte aus Lavendel wie Lavendelöl, Lavendelsalz oder Lavendelhonig verfügen über einen anderen Geschmack als die frische Pflanze. Tasten Sie sich daher einfach vorsichtig an das Kraut heran und probieren Sie aus, wo das Gewürz am besten zur Geltung kommt. Als Faustregel gilt: Wenn Rosmarin passt, passt Lavendel als Ersatz meist ebenfalls. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Mediterrane Gerichte verfeinern

Da es sich bei Lavendel um ein mediterranes Kraut handelt, kommt es am besten in mediterranen Gerichten zur Geltung. Vor allem bei Rezepten aus der Provence, die für ihre violetten Lavendelfelder berühmt ist, darf die Pflanze als Geschmacksträger nicht fehlen. Doch auch bei italienischen oder spanischen Rezepten kann Lavendel hervorragend eingesetzt werden.

Egal ob Eintopf, Suppe, Fisch, Fleischgericht, Gemüse oder Süßspeise: Lavendel passt zu fast jedem mediterranen Gericht. Zudem können Sie mit einigen violetten Lavendelblüten einen echten Blickfang im Menü erzeugen. Probieren Sie es einfach aus und wagen Sie sich an das Gewürz heran.

Produkte aus Lavendel

Lavendel eignet sich auch in verarbeiteter Form hervorragend für den Einsatz in der Küche. So können Sie aus der Pflanze verschiedene Produkte herstellen, die für unterschiedliche Gerichte verwendet werden können.

Eine Möglichkeit ist das Ansetzen von Lavendelhonig, beziehungsweise von aromatisiertem Honig mit Lavendel. Echter Lavendelhonig wird von Bienen hergestellt, die den Blütennektar von Lavendelfeldern sammeln. Aromatisierter Honig lässt sich hingegen ganz einfach selbst machen, indem frische oder getrocknete Lavendelblüten in Honig eingerührt werden. Die Mischung lassen Sie anschließend einige Wochen ziehen – dann ist der aromatisierte Honig fertig und kann in der Küche verwendet werden.

Ebenfalls einfach herzustellen sind Kräutermischungen mit Lavendel. Für Herbes de Provence verwenden Sie beispielsweise einfach die getrockneten Blüten Ihrer Lavendelpflanzen, getrockneten Basilikum, getrockneten Thymian und getrockneten Majoran. Selbstverständlich können Sie auch noch weitere mediterrane Kräuter hinzufügen. Mahlen Sie die getrockneten Zutaten mithilfe einer Gewürzmühle einfach fein oder zerkleinern Sie sie und füllen Sie die Mischung anschließend in ein Glas ab. Fertig ist die hauseigene Kräutermischng.


Anbau, Wirkung und Co: Weitere Infos zum Thema Lavendel

Lavendel selber anbauen: Das müssen Sie wissen

Wer Lavendel selber anbauen möchte, kann dies sowohl auf dem Balkon, der Fensterbank oder im Garten tun: Die Pflanze hat nur wenige Ansprüche an den jeweiligen Standort. Wichtig: Achten Sie auf die jeweilige Lavendelsorte. Hierzulande gibt es zahlreiche Sorten, die Sie anbauen können, doch nicht jede ist gleichermaßen gut für die Verwendung in der Küche geeignet. Wer auf Nummer sichergehen möchte, greift am besten auf Echten Lavendel, den Lavandula angustifolia, zurück.

Lavendel sollte möglichst an einem trockenen, sonnigen Standort gepflanzt werden, der windgeschützt ist. Gießen Sie die Pflanze nicht zu häufig, Staunässe verträgt das Heilkraut nicht besonders gut. Zur Überwinterung stellen Sie den Lavendel am besten an einen kühlen, sonnigen Standort. Sobald die Pflanze verblüht ist, sollten Sie sie außerdem zurückschneiden.

Verwendung als Heilkraut

Lavendel wird nicht nur zum Kochen verwendet, sondern gilt primär auch als wirkvolles Heilkraut. Der Pflanze wird eine positive Wirkung bei Schlaflosigkeit, Unruhe und Nervosität nachgesagt, zudem wirkt Lavendel dank seiner ätherischen Öle antibakteriell und krampflösend.

Wer die positive Wirkung von Lavendel als Heilkraut nutzen möchte, kann einen Tee aus Lavendel zubereiten, die Pflanze als Badezusatz verwenden, aromatisierte Dämpfe mit Lavendel inhalieren oder ein Lavendelkissen aus den getrockneten Blüten herstellen, um den süßlichen Duft des Heilkrauts einzuatmen.

 

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