Superfood Açaí-Beeren: Alle Infos

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Von Südamerika nach Nordamerika nach Europa: Der Siegeszug der Acai-Beere ist nicht aufzuhalten. (Bild: unsplash)

Von Moringa bis Chia, von Goji bis Aronia: Das sogenannte Superfood breitet sich seit Jahren hierzulande immer weiter aus und hat es mittlerweile erfolgreich in unsere Supermärkte und Drogerien geschafft. Nicht wegzudenken sind dabei brasilianische Açaí-Beeren, die hauptsächlich in Pulverform erhältlich sind und auch in vielen Restaurants als Bestandteil einer sogenannten Acai-Bowl verwendet werden. Was an der Wunderbeere wirklich dran ist und wie Sie diese verwenden, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Wissenswertes zum Thema Açaí-Beere

Acai-Beere: Was ist das eigentlich?

Die sogenannte Açaí-Beere stammt eigentlich aus Brasilien, besteht zu etwa 90 Prozent aus einem großen Kern und ist hierzulande nicht frisch erhältlich, da die Früchte nach der Ernte sehr schnell verderben. Aus diesem Grund können Sie die ein bis zwei Zentimeter großen, dunkelblauen bis schwarzen Beeren (beziehungsweise deren Fruchtfleisch) hierzulande üblicherweise nur in Pulverform erwerben oder in selteneren Fällen auch tiefgefroren, als Püree oder als Saft.

In Teilen Südamerikas ist die Beere ganz und gar kein Geheimtipp für gesundheitsbewusste Lebensmittelexperten, sondern im Gegenteil ein Grundnahrungsmittel, das auf keinem Speiseplan fehlen darf. Erst seit wenigen Jahren wird die Beere in Nordamerika und Europa überhaupt verzehrt, gilt seither aber als wahres Superfood, dem allerhand Wunderwirkungen nachgesagt werden.

Inhaltsstoffe und Co.: Ist die Beere wirklich ein Superfood?

Doch was steckt eigentlich drin, in dieser Acai-Beere? Zum einen enthält die schwarzblaue Beere zahlreiche Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, darunter Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Vitamin D und verschiedene B-Vitamine. Darüber hinaus verfügt die Acai über einen hohen Anteil an Antioxidantien, der sich positiv auf den Stoffwechsel und die Alterung auswirken soll.

Der Haken an der Sache: Bislang konnte keine Studie eine positive Wirkung der Beere belegen. Tatsächlich gibt es zwar einen Nachweis für die positive Wirkung der Acai-Beere auf Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker – die entsprechende Studie wurde allerdings nicht an Menschen durchgeführt und ist daher wenig aussagekräftig. Belege für die Wunderwirkung der Beere sind bislang also noch nicht aufgetaucht, was aber nicht unbedingt etwas heißen muss.

Fakt ist: Wie jede Beere enthält auch die Acai-Beere zahlreiche Wirkstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Wahre Wunderwirkungen sollte man aber auch von dieser Frucht nicht erwarten.

Hilft die Beere beim Abnehmen?

Der Açaí werden positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel zugeschrieben, weshalb die Beere gerade von figurbewussten Menschen besonders gerne verzehrt wird. Als Grund für die positive Auswirkung beim Abnehmen werden seitens der Händler die enthaltenen Antioxidantien genannt, zudem soll die Beere das Hungergefühl dämpfen. Doch wie erwähnt gibt es keine Studien, die diese These stützen.

Im Gegenteil: Bislang lässt sich nur zeigen, dass die Beeren relativ viel Fett enthalten. Dementsprechend kann ein übermäßiger Verzehr von Acai-Produkten unter Umständen sogar eine gegenteilige Wirkung hervorrufen und zu einer Gewichtszunahme führen. Auch dieses Superfood sollte man daher nicht übermäßig genießen.

Nebenwirkungen von Açaí-Beeren

Wie bei allen Lebensmitteln kann es auch beim Verzehr der Acai-Beere zu Allergien kommen, dementsprechend sollte bei bekannten Allergien auf den Genuss der dunklen Beere verzichtet werden. Daneben sind bislang keine weiteren gravierenden Nebenwirkungen beim Verzehr der Früchte bekannt, was allerdings nicht bedeutet, dass keine Wechselwirkungen mit Medikamenten und Co auftreten können.

Worauf Sie in jedem Fall achten sollten: Durch die gestiegene Nachfrage nach Acai-Beeren wurde auch deren Anbau ausgeweitet, was häufig einen Einsatz von Pestiziden zur Folge hat. Achten Sie daher auf eine hohe Qualität und kaufen Sie am besten nur Bio-Produkte.


So wird die Acai-Beere in der Küche verwendet

Da die Açaí hierzulande wie erwähnt nicht frisch erhältlich ist, bleibt meist nur eine Verwendung des Pulvers. Besonders beliebt ist dabei die Zubereitung einer sogenannten Acai-Bowl, bei der das Pulver gemeinsam mit anderen Zutaten püriert und anschließend mit verschiedenen Toppings serviert wird. Typischerweise werden für die Herstellung einer Acai-Bowl beispielsweise Bananen, heimische Beeren wie Heidel- oder Himbeeren, Milch oder Milchersatzprodukte sowie Süßungsmittel verwendet. Falls Sie ein genaues Rezept suchen, finden Sie dieses in unserem Artikel "Acai-Bowl selber machen: Rezept & Infos".

Alternativ dazu kann das Acai-Pulver nicht nur in einer Frühstücksschüssel verwendet werden, sondern auch einfach unter einen Smoothie gemischt werden. Die Zubereitung entspricht im Grunde genommen dem der Acai-Bowl, nur werden bei der Smoothie-Herstellung keine Toppings verwendet.

Eine andere Idee ist die Verwendung von Acai-Pulver beim Backen: Hier kann das Pulver einfach unter den Teig gemischt werden, was für einen zusätzlichen Farbakzent sorgt.


Heimische Alternativen zum Superfood

Obwohl die Acai-Beere als Superfood gilt, gibt es hierzulande einige Lebensmittel, die es hinsichtlich der Nährstoffe und Antioxidantien locker mit der brasilianischen Frucht aufnehmen können – zumal der Gehalt an Antioxidantien höher ist, wenn das Produkt frisch konsumiert wird. Da hierzulande allerdings keine frischen Acai-Beeren angeboten werden, ist der Gehalt an Antioxidantien entsprechend niedriger.

Als heimische Alternativen, die keine langen Transportwege zurücklegen müssen und dadurch wesentlich nachhaltiger sind, sind beispielsweise Heidelbeeren, Brombeeren, Rotkohl oder Holundersaft geeignet. Darüber hinaus sind diese Produkte saisonal erhältlich und können sogar frisch verzehrt werden.

 

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