Superfood Acerola: Alle Infos

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Die Acerola-Kirsche gilt aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts als gesundes Superfood. (Bild: Pixabay)

Acerola gilt als das Superfood schlechthin – Hauptgrund dafür ist der hohe Vitamin-C-Gehalt, den die Antillenkirsche aufweist. Welche Inhaltsstoffe sonst noch in der roten Frucht enthalten sind und ob sie wirklich so gesund ist wie ihr Ruf, verraten wir Ihnen in diesem Artikel. Und: Wir werfen einen Blick darauf, wie Sie die Acerola-Kirsche in der eigenen Küche verwenden und welche Alternativen Sie statt der exotischen Frucht nutzen können.


Wissenswertes zum Thema Acerola

Superfood Acerola-Kirsche: Was ist das eigentlich?

Bei der Acerola-Kirsche handelt es sich um runde Steinfrüchte, die eine dünne Schale aufweisen und ungefähr ein bis zwei Zentimeter groß sind. Die Haut der sauren Früchte ist glatt und rot, wodurch Acerola optisch an Kirschen oder Kirschtomaten erinnert.

Die Antillenkirsche wird hierzulande nicht kultiviert, die Anbaugebiete liegen in Süd- und Mittelamerika, wo die Frucht heimisch ist. Da Acerola-Kirschen nach der Ernte sehr schnell verderben, werden Sie nicht frisch exportiert, obwohl sie durchaus roh verzehrt werden könnten. Stattdessen ist Acerola im heimischen Handel als Saft, tiefgefroren, in Pulverform oder als Konfitüre erhältlich. Zudem wird die Frucht gerne als Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet.

Inhaltsstoffe: Ist die Frucht wirklich gesund?

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gilt die Acerola-Kirsche hauptsächlich aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C als Superfrucht. 100 Milliliter Frischsaft kann bis zu 1500 Milligramm Vitamin C enthalten, wodurch die roten Früchte tatsächlich zu den Vitamin-C-haltigsten Lebensmitteln zählen, die im Handel erhältlich sind. Doch das ist längst nicht alles, was das Superfood zu bieten hat: Acerola enthält außerdem zahlreiche andere Vitamine und Mineralstoffe, wie Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B3, Folsäure, Calcium, Magnesium und Kalium.

Die genannten Mineralstoffe und Vitamine sowie die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe und Antioxidantien sollen eine positive Wirkung auf das Immunsystem, den Blutzuckerspiegel, das Herz-Kreislauf-System, Adipositas und Krebserkrankungen zeigen. Zudem wird der Acerola-Kirsche eine erhebliche Anti-Aging-Wirkung zugeschrieben.

Das Problem an den genannten Wunderwirkungen: Wie bei fast jedem Superfood sind diese Auswirkungen kaum oder gar nicht durch wissenschaftliche Studien am Menschen belegbar. Hinzu kommt: Obwohl Vitamin C schon jahrelang als Wundermittel bei Erkältungen gilt und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt wird, ist eine positive Auswirkung bei einer normalen Ernährung tatsächlich gar nicht nachweisbar – nur hat sich diese Erkenntnis bislang kaum durchgesetzt. Daher sollten derartige Werbeversprechen wie immer mit Vorsicht genossen werden.

Nebenwirkungen von Acerola

Beim Verzehr von Acerola kann es zu Nebenwirkungen kommen, die in den meisten Fällen durch eine Überdosierung zu erklären sind. So können beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Magenkrämpfe auftreten, die durch eine zu hohe Vitamin-C-Zufuhr ausgelöst werden. Sie sollten daher darauf achten, nicht mehr als ein bis zwei Gramm Vitamin C pro Tag zu sich zu nehmen, um derartige Beschwerden zu verhindern.

Eine andere Nebenwirkung, die auftreten kann, ist eine allergische Reaktion auf die rote Südfrucht. Hier bestehen bereits Hinweise auf Kreuzallergien mit Naturlatex.

Darüber hinaus sollten auch Menschen mit Nierenproblemen, Eisenverwertungsstörungen oder Gicht beim Verzehr von Acerola Vorsicht walten lassen: Hier kann die hohe Vitamin-C-Dosis ebenfalls Probleme verursachen.


Verwendung der Frucht in der Küche

Da Acerola-Kirschen wie erwähnt nicht frisch importiert werden können, finden Sie die Früchte im Handel meist in verarbeiteter Form oder tiefgefroren im Kühlregal. So ist die Antillenkirsche beispielsweise als Bestandteil von fertigen Fruchtsäften oder Konfitüren erhältlich, wodurch Sie das Superfood ganz einfach ohne Aufwand genießen können.

Wollen Sie hingegen Acerola-Pulver verwenden, sollten Sie unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten. Je nach Verarbeitungsweise ist mal mehr und mal weniger Vitamin C in den Pulvern enthalten. Achten Sie beim Kauf außerdem möglichst auf Bio-Qualität, um Pestizide und andere unerwünschte Stoffe auszuschließen.

Bei tiefgefrorenen Acerola-Kirschen gilt: Verarbeiten Sie diese möglichst in Kombination mit süßen Früchten wie Trauben, Äpfeln, Beeren oder Kirschen. Acerola schmeckt äußerst säuerlich und ist daher ansonsten nicht wirklich genießbar. Wenn Sie allerdings eine leckere Kombination gefunden haben, können Sie die Antillenkirsche beispielsweise zu Saft oder Smoothies verarbeiten oder als Bestandteil von Müslis und anderen Gerichten verwenden.


Alternativen zur Acerola-Kirsche

Thema Nachhaltigkeit: Import und Verarbeitung

Wie immer bei Diskussionen zum Thema Superfood darf zu guter Letzt die Nachhaltigkeit nicht vernachlässigt werden. Auch für die Acerola-Kirsche gilt: An einen nachhaltigen Verzehr des Produktes ist hierzulande nicht zu denken. Da die rote Frucht warme Anbaugebiete bevorzugt und hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika angebaut wird, sind lange Transportwege nicht zu vermeiden. Hinzu kommt, dass die Acerola-Kirsche nicht frisch transportiert werden kann, da sie nach der Ernte zu schnell verdirbt. Entsprechend muss das sogenannte Superfood erst verarbeitet und dann gekühlt ins Ausland exportiert werden, was einem nachhaltigen Verzehr entsprechend entgegensteht.

Da es zudem kaum belastbare Studien zur positiven Auswirkung der Acerola-Kirsche auf den menschlichen Körper gibt, können Sie auf dieses Superfood getrost verzichten. Sollten Sie dennoch von der positiven Auswirkung von Vitamin C auf das Immunsystem überzeugt sein, dann setzen Sie lieber auf heimische Hagebutten, schwarze Johannisbeeren, Brennnesseln, Paprika oder Sanddorn. Mit diesen Obst- und Gemüsesorten können Sie Ihren Tagesbedarf an Vitamin C sehr viel nachhaltiger decken, als mit importierten Antillenkirschen.

 

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