Superfood Baobab: Alle Infos

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Baobab, die Frucht des afrikanischen Affenbrotbaums, erinnert optisch an Kokosnüsse. (Bild: Adobe Stock)

Die Frucht des afrikanischen Affenbrotbaums, Baobab, ist hierzulande seit einigen Jahren in verarbeiteter Form erhältlich und wird immer wieder als extrem gesundes Superfood vermarktet. Was hinter den Behauptungen der Hersteller steckt, ob die Frucht wirklich so gesund ist und ob sich ein Verzehr von Baobab-Produkten wirklich lohnt, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.


Wissenswertes zum Thema Baobab

Was ist Baobab?

Bei Baobab handelt es sich um die Früchte des afrikanischen Affenbrotbaums, der mitunter auch als Zauberbaum, Baum des Lebens, Apothekenbaum oder als Wunderbaum bezeichnet wird. Baobab gilt für große Teile der afrikanischen Bevölkerung als Grundnahrungsmittel und wird in verschiedener Form eingesetzt. Aufgrund seiner vielseitigen Einsatzmöglichkeiten wurde der Affenbrotbaum schon vor mehreren Jahrhunderten nach Arabien und Indien eingeführt. Zudem wächst die Pflanze in Madagaskar, Sri Lanka und auf den Kapverdischen Inseln. Insgesamt gibt es sieben Arten des Affenbrotbaumes, wobei Adansonia digitata die am weitesten verbreitete Art darstellt, um die es auch in diesem Beitrag hauptsächlich gehen soll.

Baobab ist eine eiförmige Frucht, die etwa 10 bis 40 Zentimeter lang ist und eine filzige, bräunliche Oberfläche aufweist. Ähnlich wie bei Kokosnüssen ist die Fruchtwand relativ hart. Das Fruchtfleisch ist beige, fest und erinnert optisch an trockenes Brot – daher auch der Name Affenbrotbaum. In das Fruchtfleisch eingebettet sind etwa 120 bis 200 Samen, die sehr fettreich sind. Geschmacklich erinnert Baobab an Zitrusfrüchte, was auf den hohen Vitamin-C-Gehalt der Frucht zurückzuführen ist. Vanille, Grapefruit und Birne werden häufig in Zusammenhang mit dem Geschmack der Frucht genannt.

Superfood: Ist die afrikanische Affenbrotbaumfrucht gesund?

Baobab weist einen sehr hohen Vitamin-Gehalt auf, ist reich an Antioxidantien, Calcium, Eisen und enthält darüber hinaus viele Ballaststoffe. Besonders hervorzuheben ist der Vitamin-C-Gehalt der Frucht, der deutlich höher liegt als bei anderen bekannteren Früchten wie Äpfeln oder Orangen.

Die Affenbrotbaumfrucht gilt als sehr gesund und wird auch in der afrikanischen Volksmedizin eingesetzt. Dort finden fast alle Bestandteile des Affenbrotbaums Verwendung. So werden je nach Notwendigkeit Fruchtfleisch, Samen oder Blätter der Pflanze eingesetzt um beispielsweise Krankheiten wie Infektionen, Masern, Magen-Darm-Beschwerden, Zahnschmerzen oder Malaria zu behandeln.

Viele Menschen schwören auf die positive Wirkung der Frucht beim Abnehmen. Baobab-Pulver sättigt, schmeckt vielen Konsumenten hervorragend und weist dabei nur wenig Kalorien auf. Eine wirklich aussagekräftige Studie zu dieser Behauptung konnte allerdings nicht aufgefunden werden, dafür aber für einen anderen Effekt: Wie eine Studie zeigte, reduziert der Konsum von Baobab den Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit.

Nebenwirkungen des Superfoods

Bislang sind keine Nebenwirkungen bekannt, die sich auf Baobab-Pulver beziehen. Werden Unverträglichkeiten noch Reaktionen nach einem Verzehr großer Mengen des Lebensmittels konnten festgestellt werden.

Da Baobab glutenfrei ist und aufgrund seiner Blutzuckerspiegel-senkenden Wirkung auch von Diabetikern verwendet werden kann, ist es ein hervorragendes Superfood, das sich für alle Konsumenten eignet. Sollten dennoch Unsicherheiten bestehen, können Sie vor einem Konsum Ihren Arzt kontaktieren.

Baobab-Pulver: Wirklich so gut wie sein Ruf?

Soweit so gut – Baobab scheint also tatsächlich ein gesundes Superfood zu sein, das mit zahlreichen positiven Eigenschaften aufwarten kann. Dennoch sind die Inhaltsstoffe der Frucht nicht der einzige Aspekt, der beim Verzehr eine Rolle spielen sollte. Der Konsum von Baobab ist tatsächlich nicht unumstritten, sondern weist auch einige problematische Komponenten auf.

So muss Baobab wie die meisten als Superfood deklarierten Lebensmittel erst eingeführt werden, bevor die Produkte verkauft werden können. Nachhaltig ist ein Verzehr der in Europa nicht heimischen Frucht damit definitiv nicht.

Darüber nimmt der Bestand von Affenbrotbäumen kontinuierlich ab, was vermutlich mit dem Klimawandel einhergeht. Werden die verbleibenden Bäume dann noch von Europäern genutzt, bleibt für die heimische Bevölkerung meist nicht viel übrig. Diese können sich die Früchte des Affenbrotbaums unter Umständen dann gar nicht mehr leisten.

Wer also auch ethisch und nachhaltig unbedenklich konsumieren will, der ist mit heimischen Lebensmitteln wie Leinsamen oder Heidelbeeren besser dran: Diese liefern ebenso viele gesunde Stoffe, müssen aber nicht erst importiert werden.


Verwendung der Frucht in der Küche

Pulver und verarbeitete Produkte

Sowohl Samen als auch Fruchtfleisch des Affenbrotbaums können theoretisch in der Küche verwendet werden. Das Fruchtfleisch wird häufig für die Herstellung von Säften, Brei, Saucen oder Süßigkeiten eingesetzt, die zum Teil auch hierzulande erhältlich sind. Baobab wird darüber hinaus beim Backen als veganer Ersatz für Sahne verwendet oder beispielsweise zu Öl weiterverarbeitet.

Bislang ist hierzulande lediglich das getrocknete Fruchtfleisch als Lebensmittel zugelassen. Ganze Früchte sind nur über das Internet beziehbar oder werden zum Teil als Dekorationsgegenstand deklariert. Besonders Baobab-Pulver ist bei Superfood-Fans beliebt und mittlerweile auch in vielen Naturkostläden oder Drogerien erhältlich. Zudem wird das Fruchtpulver gerne verschiedenen Lebensmitteln wie Getränken, Milchprodukten oder Süßigkeiten zugesetzt, die dadurch aufgewertet werden sollen.

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