Superfood Goji-Beere: Alle Infos

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Die Königin der Superfoods: Die Goji-Beere gilt als besonders gesund. (Bild: Pixabay)

Die Goji-Beere gilt als die Königin der Superfrüchte. Wie die meisten als Superfood vermarkteten Lebensmittel soll sie zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden haben – vor allem im Anit-Aging-Bereich werden ihr wahre Wunderwirkungen zugeschrieben. Wir verraten Ihnen, ob der Hype um die rote Beere wirklich gerechtfertigt ist, welche Infos Sie kennen sollten und wie Sie das Superfood in der Küche einsetzen können.

Wissenswertes zum Thema Goji-Beeren

Was sind Goji-Beeren

Goji-Beeren – oder etwas weniger modern und hip: Bocksdornbeeren – sind rote Früchte, die hierzulande hauptsächlich in Zusammenhang mit der Bezeichnung Superfood vermarktet werden. Die Beere ist beispielsweise in Säften, Marmeladen und Smoothies enthalten, wird aber auch getrocknet, gefroren, in Kapselform, als Tee oder als Pulver verkauft. In China wird die frische Beere außerdem zum Kochen und in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt. Zudem werden dort auch andere Teile der Pflanze wie die Blätter verwendet, die hierzulande nicht als Lebensmittel zugelassen sind.

Andere Bezeichnungen für die Goji-Beere sind Bocksdornbeere, Wolfsbeere oder gelegentlich auch Glücksbeere. Der wissenschaftliche Ausdruck für die Pflanze ist Lycium Barbarum. Eine Goji-Beere erkennen Sie an ihrer länglichen Form, ihrer roten Farbe und der schrumpelig wirkenden Oberfläche, die an Rosinen erinnert.

Inhaltsstoffe & Co: Ist das Superfood wirklich gesund?

Anhänger der Goji-Beere loben vor allem ihren hohen Gehalt an Nährstoffen. Die rote Frucht enthält zahlreiche Vitamine und Mineralien sowie sekundäre Pflanzenstoffe – darunter Vitamin C, Zink, Eisen, verschiedene B-Vitamine, Aminosäuren, Carotinoide, Zeaxanthin, Lutein und Polyphenole.

Der Boxdornbeere wird eine erhebliche Anti-Aging-Wirkung zugeschrieben, was auf den hohen Gehalt an Antioxidantien und Zink zurückzuführen ist. Darüber hinaus soll die Goji-Beere das Immunsystem unterstützen, sich positiv auf den Blutdruck und die Augen auswirken, Kopfschmerzen lindern und Herz, Leber sowie Niere stärken. Dabei gibt es allerdings einen Haken: Kaum eine dieser positiven Auswirkungen ist bislang durch Studien belegt.

An der Superbeere ist einiges außerdem ganz und gar nicht so super, wie das Marketing diverser Händler uns glauben machen will: Bei zahlreichen Proben aus konventionellem Anbau wurde eine starke Belastung mit Pestiziden festgestellt. Wer die roten Früchte verzehren möchte, sollte daher am besten immer auf Bio-Qualität achten.

Fest steht: Die Goji-Beere enthält zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe – dennoch sollte die Wirkung der Beere nicht überbewertet werden.

Nebenwirkungen beim Essen von Goji-Beeren

Ebenfalls weniger super am Superfood: Laut einer spanischen Studie aus dem Jahr 2013 kann die Frucht Allergien auslösen. Diverse Kreuzreaktionen und ein hohes Sensibilisierungspotenzial wurden festgestellt.

Darüber hinaus sollten Herzpatienten möglichst auf einen Verzehr der roten Beere verzichten: Goji-Beeren verstärken die blutverdünnende Wirkung einiger Medikamente und können gefährliche Wechselwirkungen verursachen.


Verwendung in der Küche

Beeren sind vielseitig einsetzbar

Frische, getrocknete oder gefrorene Wolfsbeeren sind in der Küche vielseitig einsetzbar – und müssen dafür gar nicht besonders verarbeitet werden. So können Sie eine Handvoll der roten Beeren beispielsweise einfach unter Ihr Müsli oder unter einen Salat mischen und sie so genießen. Wenn Ihnen die Konsistenz getrockneter Goji-Beeren nicht zusagt, weichen Sie die Früchte vorher einfach einige Minuten in Wasser ein.

Darüber hinaus bieten die Beeren auch zahlreiche Verarbeitungsmöglichkeiten. Besonders beliebt ist beispielsweise die Herstellung von Goji-Marmelade, wobei Sie die Goji-Beeren beliebig mit anderen Früchten wie Äpfeln, Aprikosen oder anderen Beeren kombinieren können. Für einen vitaminreichen Kick zwischendurch sorgt beispielsweise die Verwendung von Goji-Beeren in einem Smoothie. Dafür werden die Beeren ebenfalls beliebig mit anderen Früchten kombiniert und anschließend püriert. Gegebenenfalls müssen Sie beim Smoothie noch Wasser oder Saft hinzufügen, um die Konsistenz zu verändern.

Wer Goji-Beeren beim Backen einsetzen will, sollte die getrockneten Früchte vorher ebenfalls einweichen oder alternativ auf Goji-Beeren-Pulver zurückgreifen. Goji-Beeren lassen sich dabei grundsätzlich wie andere Beeren verwenden. Je nach Sorte müssen Sie aber eventuell etwas mehr Süßungsmittel verwenden, da die Frucht häufig säuerlicher oder herber schmeckt, als heimische Beeren.


Heimische Alternativen zu Goji-Beeren

Geringe Nachhaltigkeit aufgrund langer Transportwege

Das große Problem an Superfood lässt sich auch bei der Goji-Beere nicht verleugnen: Wie die meisten Superfrüchte muss die Beere lange Transportwege zurücklegen, bevor sie bei uns in den Handel kommt. Die Goji-Beere wird beispielsweise meist aus Asien oder aus Südamerika eingeführt – und verliert dabei auch wertvolle Nährstoffe, da sie vor dem Transport meist getrocknet wird.

Heimische Alternativen als bessere Wahl

Wer also nicht nur der eigenen Gesundheit etwas Gutes tun möchte, sondern auch der Umwelt, der sollte besser auf einen Verzehr der Bocksdornbeere verzichten und auf heimische Alternativen zurückgreifen. So weisen Heidelbeeren, Hagebutten, Johannisbeeren (vor allem schwarze Johannisbeeren), Himbeeren oder Erdbeeren eine ähnliche Zusammensetzung an Nährstoffen auf – müssen aber nicht erst über lange Wege zu uns transportiert werden. Häufig übertrumpfen sie die Goji-Beere hinsichtlich des Nährstoffgehalts sogar noch: So weist die Hagebutte beispielsweise einen wesentlich höheren Vitamin-C-Gehalt auf als das asiatische Pendant.

 

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