Superfood Spirulina: Alle Infos

Lifestyle
Spirulina Superfood Blaualge Alge gesund nachhaltig Wirkung Nebenwirkung Inhaltsstoffe
Spirulina wird hierzulande meist in Pulver-Form konsumiert. (Bild: Pixabay)

Spirulina gilt als Superfood aus dem Meer, das mit einem besonders hohen Mineralstoffgehalt punktet. Doch was ist wirklich dran an der positiven Wirkung, die der Blaualge nachgesagt werden? In diesem Artikel finden Sie alle Infos, die Sie zum Thema Spirulina brauchen.


Wissenswertes zum Thema Spirulina

Superfood Spirulina: Was ist das eigentlich?

Bei Spirulina handelt es sich um eine Blaualgen-Art, die hauptsächlich in flachen, subtropischen bis tropischen Gewässern mit hohem Salzgehalt beheimatet ist. Die Alge kommt vor allem in Mittelamerika, Afrika, Australien und Südostasien vor und wird von dort lebenden Bevölkerungen schon lange als Nahrungsmittel genutzt. Seit einigen Jahren sind Produkte aus Spirulina auch hierzulande erhältlich, die als Superfood vermarktet werden.

Spirulina wird nach der Ernte meist getrocknet und anschließend häufig gemahlen oder zu Kapseln gepresst. Die Blaualgen werden allerdings nicht nur als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet, sondern sind teilweise auch Bestandteil von Tierfutter oder Kosmetika.

Inhaltsstoffe: Sind die Algen wirklich gesund?

Hersteller bewerben besonders den hohen Eiweißgehalt sowie den hohen Vitamin B12-Gehalt der Blaualgen. Da die aufgenommene Menge dieser Stoffe bei einer normalen Dosis Spirulina allerdings so gering ist, dass sie kaum ins Gewicht fällt, können diese Inhaltsstoffe im Grund vernachlässigt werden. Darüber hinaus enthalten die Algen allerdings auch alle essentiellen Aminosäuren sowie β-Carotin, Calcium, Eisen und Magnesium sowie Chlorophyll, dem von einigen Herstellern besonders gesundheitsfördernde Auswirkungen zugeschrieben werden.

Egal ob Asthma, Allergien, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronische Schmerzen: Spirulina wird eine positive Wirkung auf all diese Erkrankungen nachgesagt. Darüber hinaus soll das Superfood beim Abnehmen helfen, antioxidativ wirken und das Immunsystem ankurbeln.

Doch wie fast immer bei Superfood gilt auch bei der Blaualge: Nicht alle Informationen, die zum Thema zu finden sind, sind auch vertrauenswürdig. So fehlen auch bei Spirulina eindeutige wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit. Studien, die eine positive Wirkung der Algen auf den menschlichen Körper nachgewiesen haben, weisen meist große Mängel auf und sind damit nicht belastbar. Im Detail nachzulesen ist dies beispielsweise auf der Website „Medizin-Transparent.at“. Dabei handelt es sich um einen Service der Donau-Universität Krems in Zusammenarbeit mit Cochrane Österreich. Hier wurden Studien zum Thema Spirulina auf deren wissenschaftliche Vorgehensweise überprüft – mit dem eindeutigen Ergebnis: belastbare Belege für die Wirksamkeit der Blaualge sind derzeit nicht zu finden.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass Studien, die eine positive Wirkung der Algen auf Diabetes feststellen, nicht belastbar sind. Aus diesem Grund darf Spirulina diesbezüglich auch nicht mehr beworben werden.

Nebenwirkungen von Spirulina

Beim Verzehr von Spirulina wurden bereits gelegentlich allergische Reaktionen festgestellt. Darüber hinaus sind Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen und Hitzewallungen bekannte Nebenwirkungen, die allerdings selten auftreten.

Da die Alge sehr viel Eisen enthält, sollte außerdem eine Dosis von einem bis fünf Gramm pro Tag nicht überschritten werden, da es ansonsten zu einer Überdosierung kommen kann.

Auch sollten Menschen mit Autoimmunerkrankungen oder Phenylketonurie auf einen Verzehr von Spirulina verzichten.

Spriulina und Nachhaltigkeit

Ein weiterer Aspekt, der bei Superfood meist eine wichtige Rolle spielt: Wie nachhaltig ist das Nahrungsmittel eigentlich? Bei Spirulina ist die Antwort nicht eindeutig: Die Alge kann auch in eher unfruchtbaren Gebieten angebaut werden und benötigt dabei kein sauberes Süßwasser. Dadurch trägt sie gerade in Hungergebieten zu einer Versorgung mit wertvollen Nährstoffen bei. Darüber hinaus wandelt sie beim Wachstum Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um, was der Nachhaltigkeit sehr zuträglich ist.

Andererseits wird die Alge hierzulande nicht angebaut und muss daher erst importiert werden, was sich negativ auf die Öko-Bilanz des Nahrungsmittels auswirkt. Ein nachhaltiger Verzehr von Spirulina ist hierzulande daher nicht möglich – und abgesehen davon auch nicht notwendig, da andere, heimische Lebensmittel eine bessere Nährstoffzusammensetzung aufweisen, als die Blaualge.


Verwendung von Spirulina in der Küche

Spirulina in Tabletten- und Pulver-Form

Hierzulande wird Spirulina hauptsächlich in Tabletten- oder Pulver-Form verzehrt. Ersteres erfordert keine weitere Erklärung, doch das Pulver kann in vielfältiger Weise in der Küche zum Einsatz kommen. Theoretisch ist auch ein frischer Verzehr der Algen möglich – da diese hierzulande allerdings nicht erhältlich sind, gehen wir auf diesen Punkt an dieser Stelle nicht ein.

Das Pulver lässt sich hervorragend als Bestandteil von Smoothies, Bowls oder beim Backen einsetzen. Zu beachten ist dabei aber, dass Spirulina einen Eigengeschmack aufweist, der vielen Menschen unangenehm ist. Aus diesem Grund sollte das Algenpulver vor allem mit fruchtigen Zutaten kombiniert werden, die diesen Geschmack überdecken.

Darüber hinaus kann das Pulver bei der Herstellung von Nudeln, Broten oder Fruchtriegeln verwendet werden oder als Bestandteil von Kuchen oder Keksen. Teilweise sind Produkte mit Spirulina auch bereits in verarbeiteter Form erhältlich.

Zurück