Veganuary: Infos, Gründe und Tipps

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Vegane Ernährung ist weder eintönig noch schwierig - das zeigt der Veganuary. (Bild: unsplash)

Nachhaltig, gesund, schwierig umzusetzen: Der veganen Ernährung haften viele Adjektive und Mythen an – und dennoch haben die wenigsten Menschen bislang ernsthaft versucht, sich ausschließlich tierproduktfrei zu ernähren. Veganuary soll das ändern. Wir verraten Ihnen, was hinter der Aktion steckt, worauf Sie bei einer veganen Ernährung achten sollten und wie Sie selbst am Veganuary teilnehmen können.


Das steckt hinter der Aktion

Vegan zu leben ist gar nicht so schwer, wie es zunächst vielleicht den Anschein haben mag – das behauptet zumindest die Aktion Veganuary, die jedes Jahr im Januar stattfindet. Die Wortkombi aus vegan und January will Menschen dazu motivieren, die vegane Lebensweise einen Monat lang auszuprobieren und sich selbst davon zu überzeugen, dass ein Verzicht auf tierische Lebensmittel ganz einfach machbar ist. Vorzugsweise soll der vegane Monat gleich zu Jahresbeginn im Januar stattfinden – daher auch die Bezeichnung Veganuary. Doch im Grund genommen kann die vegane Lebensweise einfach irgendwann im Jahr ausprobiert werden.

Die britische NGO Veganuary, die hinter der Aktion steht, will durch diesen veganen Monat mehr Menschen von der tierproduktfreien Ernährungsweise überzeugen und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes tun. Auch zahlreiche Prominente wie Joaquin Pheonix oder Mayim Bialik unterstützen die Aktion. Seit 2014 findet der Veganuary jedes Jahr statt und verzeichnet jährlich steigende Teilnehmerzahlen. So nahmen 2019 beispielsweise rund 350.000 Personen teil.

Interessierte registrieren sich einfach auf der Website der Nonprofit-Organisation und erhalten anschließend täglich neue Rezepte, Tipps und Co zur veganen Ernährung, wodurch diese noch einfacher umgesetzt werden kann. Das Teilen von Fotos in Sozialen Medien schafft darüber hinaus ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Teilnehmern, was einen zusätzlichen Anreiz zum Durchhalten bietet.


Gründe für und gegen eine vegane Ernährung

Doch warum sollte man sich – wenn auch nur einen Monat im Jahr – überhaupt vegan ernähren? Oder sollte man das überhaupt? Wie fast immer im Leben gibt es auch zu diesen Fragen keine eindeutige Antwort – selbst die Wissenschaft liefert keine eindeutigen Ergebnisse. So stellt beispielsweise das Kompetenzzentrum für Ernährung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf seiner Website die gegensätzliche Meinung zweier Wissenschaftler gegenüber. Hier scheint keine Einigung auf ein eindeutiges Pro oder Contra zum veganen Lifestyle möglich zu sein.

Fest steht aber: Nur wer sich ausreichend über den veganen Lebensstil informiert hat, kann einer Mangelernährung vorbeugen. Wer sich vegan ernährt, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen, Kalzium, Jod und Vitamin B12 achten, um sich und seine Gesundheit nicht zu gefährden. Das Ausprobieren einer veganen Ernährungsweise für die Dauer eines Monats, sollte im Normalfall allerdings nicht zu einer Mangelerscheinung führen.

Darüber hinaus gibt es nicht nur gesundheitliche Gründe, die für eine vegane Ernährung sprechen: Umweltschutz, Welternährung und ethische Bedenken können ebenfalls zum Entschluss führen, keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren. Eine detaillierte Auflistung an Gründen und Gegenargumenten zur veganen Ernährung stellt beispielsweise die Albert Schweizer Stiftung zur Verfügung. Sollten Sie sich für diese Thematik interessieren, finden Sie dort weitere Informationen.

In Zusammenhang mit Veganuary wird darüber hinaus häufig auf eine Studie des Wissenschaftlers Joseph Poore von der Oxford University verwiesen. Das Ziel des Veganuary, die vegane Ernährung von 350.000 Personen über die Dauer eines Monats, führe demnach dazu, dass rund 41.200 Tonnen CO2, 2,5 Millionen Liter Wasser und ungefähr 160 Tonnen Eutrophierung eingespart werden können. Der Umweltschutz-Aspekt der Aktion kann damit also kaum geleugnet werden.


So funktioniert vegane Ernährung ganz einfach

Sollten Sie sich aus einem der genannten Gründe dazu entschlossen haben, am Veganuary teilzunehmen, stellen wir Ihnen hier noch ein paar Tipps vor, die eine vegane Ernährungsweise deutlich vereinfachen:

  • Achten Sie beim Kauf von Grundnahrungsmitteln auf vegane Alternativen: Viele Nudeln und Brote sind oft vegan, Kartoffeln, Reis, Nüsse, Hülsenfrüchte, Couscous, Gemüse, Obst und Co enthalten ohnehin keine tierischen Bestandteile.
  • Verwenden Sie statt Kuhmilchprodukten Ersatzprodukte wie Kokos- oder Haselnussmilch. Auch Joghurts und andere Milchprodukte sind bereits in dieser Form erhältlich und enthalten so keine tierischen Bestandteile mehr.
  • Zahlreiche Hersteller haben ihr Sortiment in den vergangenen Jahren um vegane Produkte erweitert und kennzeichnen diese auch entsprechend. So finden Sie häufig sogar vegane Fertiggerichte wie Burger-Patties, Spaghetti mit Soja-Bolognese oder fischlose Fischstäbchen. Auch andere Produkte wie Käse, Eis oder Pudding sind in vielen Supermärkten bereits in der veganen Variante erhältlich. Hier lohnt sich genaueres Hinsehen.
  • Um Eier zu ersetzen gibt es je nach Gericht viele Möglichkeiten. So werden beispielsweise Leinsamen, Chiasamen, Bananen, Tofu oder Kartoffelstärke als Ersatz verwendet. Im Web finden Sie zahlreiche Anregungen dazu.

Rezepte und weitere Infos zur Aktion finden Sie auf der deutschen Seite von Veganuary.

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