Zero Waste in der Küche: So funktioniert’s

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Zero Waste: Kaufen Sie unverpackt und nutzen Sie Ihre eigenen Behälter zur Aufbewahrung von Lebensmitteln. (Bild: unsplash)

Zero Waste bedeutet ein Leben ohne Müll – oder zumindest mit so wenig Müll wie möglich. Im Alltag wird darauf geachtet, möglichst wenig Abfall zu produzieren und der Verschwendung von Ressourcen so entgegenzuwirken. Und das bedeutet: Nicht zu den 626 Kilogramm Abfall beizutragen, die jeder Deutsche jährlich produziert. Wem der Umweltschutz am Herzen liegt, der kann die folgenden Tipps und Tricks für Zero Waste in der Küche ausprobieren, die wir in diesem Artikel für Sie zusammengestellt haben.

Darauf können Sie beim Einkauf achten

Der erste Schritt zu einem Zero Waste Leben beginnt schon beim Einkauf. Wer richtig einkauft, produziert automatisch weniger Müll in der Küche. Der Abfall, der nicht vermieden werden kann, wird zumindest reduziert oder wiederverwertet. Folgende Dinge sollten Sie beim Einkaufen beherzigen:

Erstellen Sie einen Essensplan und halten Sie sich daran

18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich im Müll – und das nur hierzulande. Kein Wunder: Die meisten von uns kaufen zu viel ein und entsorgen überflüssige Lebensmittel spätestens nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums. Doch das lässt sich einfach ändern: Erstellen Sie am Anfang der Woche einen Essensplan und kaufen Sie nur die Lebensmittel, die Sie laut ihres Plans benötigen. Durch die daran geknüpfte Einkaufsliste vermeiden Sie es, zu viele Lebensmittel einzukaufen, die Sie nicht verbrauchen können und später entsorgen müssen.

Kaufen Sie lose und unverpackt

Verpackungsmüll ist eines der größten Ärgernisse für Umweltschützer. Und solange die Verbraucher nicht umdenken, wird das auch so bleiben. Beim Zero Waste Lifestyle ist eines der großen Ziele, so wenig Verpackungsmüll wie möglich zu produzieren. Das muss übrigens gar nicht so schwer sein: Kaufen Sie bevorzugt lose und unverpackte Lebensmittel und andere Gebrauchsgegenstände – am einfachsten funktioniert das in einem der zahlreichen Unverpackt-Läden hierzulande.

Doch auch im normalen Supermarkt ist es einfach, den Verpackungsmüll zu reduzieren: Verwenden Sie Stoffnetze für Obst und Gemüse, statt Plastiktüten. Bringen Sie Ihren eigenen Einkaufskorb oder Ihre eigene Einkaufstasche mit, um Ihren Einkauf zu verstauen. Entscheiden Sie sich bei der Wahl zwischen verschiedenen Produkten für die Lebensmittel, die weniger Müll erzeugen. Schon wird erheblicher Abfall vermieden.

Nutzen Sie Glas statt Plastik

Eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Maßnahme: Verzichten Sie auf den Kauf von Plastikbehältern und greifen Sie stattdessen auf Varianten aus Glas zurück. Diese können entweder im Haushalt anderweitig verwendet werden oder werden ohnehin von den jeweiligen Supermärkten als Pfand zurückgenommen und wiederverwendet.

Glasbehälter sind beispielsweise bei Milch oder Joghurt erhältlich, aber auch bei zahlreichen anderen Lebensmitteln wie Ketchup, Senf oder Oliven. Bei Getränken verzichten Sie am besten ebenfalls auf Plastikflaschen und greifen stattdessen auf Glas zurück – oder noch besser: einfach auf Leitungswasser. So entsteht garantiert kein Müll.

Selber machen statt kaufen

Nicht alle Dinge, die Sie kaufen können, müssen Sie auch kaufen. Vieles lässt sich auch ganz einfach Zuhause herstellen, wodurch weiterer Verpackungsmüll vermieden werden kann. Ein gutes Beispiel dafür sind diverse Putzmittel, die im Laden erhältlich sind. Die wenigsten davon sind wirklich notwendig, belasten mit der chemischen Zusammensetzung und der Plastikverpackung unsere Umwelt aber zunehmend. Im Web finden Sie zahlreiche Alternativen, wie Sie Putzmittel, Spülmittel, Geschirrspülmaschinenpulver und Co einfach selber machen können und dem Verpackungsmüll in Ihrer Küche so den Kampf ansagen.

Tipps für Zero Waste in der Küche

Lagern Sie Ihre Lebensmittel richtig

Wer seine Lebensmittel richtig lagert, sorgt dafür, dass diese maximal lange haltbar bleiben und nicht so schnell entsorgt werden müssen. Einige Lebensmittel gehören beispielsweise unbedingt in den Kühlschrank, während andere eher zimmerwarme Temperaturen bevorzugen oder andere Anforderungen an die Umgebung stellen. Informieren Sie sich und sorgen Sie so dafür, dass Sie keinen unnötigen Lebensmittelmüll erzeugen. In einem unserer Artikel verraten wir Ihnen übrigens, wie Sie Ihren Kühlschrank richtig einräumen.

Entsorgen Sie Lebensmittel nicht zu früh

Nicht alle Lebensmittel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist, sind tatsächlich nicht mehr verzehrbar. Ein überschrittenes MHD bedeutet nicht, dass die jeweiligen Lebensmittel bis zum dort angegebenen Zeitpunkt verbraucht sein müssen – dafür gibt es nämlich ein anderes Datum: das Verbrauchsdatum.

Auf der Seite der Tafel Deutschland ist angegeben, wie lange Lebensmittel über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus noch verzehrt werden können – deutlich länger als die meisten Konsumenten erwarten. Und wer auf Nummer sicher gehen will: Vertrauen Sie einfach Ihrem Geschmacks-, Geruchs- und Sehsinn: Sieht das Lebensmittel noch gut aus, riecht es noch gut und schmeckt es noch gut, dann kann es auch noch verzehrt werden.

Bewahren Sie Lebensmittel in Boxen auf

Verzichten Sie bei der Aufbewahrung Ihrer Lebensmittel auf das Einpacken in Plastiktüten und andere Einmalprodukte. Alufolien, Gefrierbeutel und Frischhaltefolie können Sie getrost aus Ihrer Küche verbannen. Wenn Sie ohne Müll – also Zero Waste – leben wollen, nutzen Sie stattdessen Aufbewahrungsboxen aus Glas, Edelstahl oder Bioplastik, die Sie mehrmals verwenden können und nicht nach einem Gebrauch entsorgen müssen.

Vermeiden Sie Einwegmüll

Last but not least: Vermeiden Sie Einwegplastik und allgemeine Einwegmüll, wann immer möglich. Dieser Punkt geht Hand in Hand mit einer erhöhten Aufmerksamkeit beim Einkauf und einer nachhaltigen Aufbewahrung von Lebensmitteln. Auf folgende Produkte können Sie in Ihrer Küche meist ganz einfach verzichten, ohne sich besonders einzuschränken:

  • Verwenden Sie keine Küchenrolle und keine Papierservietten. Greifen Sie stattdessen auf waschbare Stoffprodukte zurück.
  • Frischhaltefolie, Gefrierbeutel und Alufolie lassen sich meist durch Behälter aus Glas, Edelstahl oder Bioplastik ersetzen.
  • Auf Plastikstrohhalme kann einfach verzichtet werden. Alternativ können Strohhalme aus Glas, Edelstahl, Papier oder Bambus eingesetzt werden.
  • Lassen Sie Kaffeekapseln weg und verwenden Sie stattdessen eine Frenchpress.

 

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